Polizei soll «bis auf Weiteres» auf dem Kasernenareal bleiben

Der Regierungsrat präsentiert seine Pläne für das Areal. Vollständig frei wird es wohl nicht.

Masterplan des Regierungsrates: Die Kantonspolizei soll weiterhin auf dem Kasernenareal bleiben.

Masterplan des Regierungsrates: Die Kantonspolizei soll weiterhin auf dem Kasernenareal bleiben. Bild: Emanuel Ammon

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Der Zürcher Regierungsrat hat den definitiven «Masterplan Zukunft Kasernenareal» vorgestellt. Dieser sieht unter anderem vor, dass die alten Zeughäuser auf dem Areal im Baurecht an die Stadt abgeben und sich mit maximal 30 Millionen Franken an deren Instandstellung beteiligen. Der Masterplan ist nun vom Regierungs- und Stadtrat bewilligt worden, wie die beiden Behörden heute Donnerstag mitteilten.

Mit dem für 2020 vorgesehenen Bezug des neuen Polizei- und Justizzentrum (PJZ) auf dem Areal des Güterbahnhofs, werden grosse Bereiche des Areals der Militär- und Polizeikaserne im Stadtkreis 4 frei. Das sechseinhalb Hektare gehören dem Kanton.

Das Ringen um die Nutzung

Die beiden Kasernengebäude sollen weiterhin kantonalen Aufgaben vorbehalten bleiben: In der Militärkaserne wird das Bildungszentrum für Erwachsene (BiZE) einziehen, wobei das Erdgeschoss für eine publikumsorientierte Nutzung - etwa ein Restaurant - geöffnet wird. Für die Zeughäuser sieht der Masterplan eine kleinräumige, quartiernahe Nutzung für lokales Gewerbe, Kultur und soziale Einrichtungen vor.

Die Polizeikaserne wird vom Kommando der Kantonspolizei genutzt - laut Mitteilung «bis auf Weiteres». Dass der Kanton weiterhin einen Teil für die Kantonspolizei behalten will, sorgte in der Vergangenheit politisch für grossen Unmut. Im Abstimmungskampf über den 570-Millionen-Kredit für den PJZ-Neubau wurde argumentiert, dass bei einer Annahme das Kasernenareal vollständig frei werde.

Kanton will nicht verkaufen

Ein Verkauf jener Teile, die der Kanton nicht mehr beansprucht, kommt für die Regierung nicht in Frage. Auf Grund der zentralen Lage stehe dies nicht zur Diskussion. Das gesamte Ensemble soll vielmehr «langfristig als strategische Reserve für den Kanton» erhalten bleiben.

Die Zeughäuser will der Kanton deshalb der Stadt Zürich für 50 Jahre im Baurecht für jährlich 410'000 Franken abgeben. Diese Gebäude wurden in den vergangenen vier Jahrzehnten kaum saniert und weisen gemäss Mitteilung einen unterdurchschnittlichen Ausbaustandard auf.

Um die Zeughäuser herzurichten, wird mit Kosten von rund 55 Millionen Franken gerechnet. Der Kanton will sich daran mit maximal 30 Millionen beteiligen.

Der Masterplan gelangt nun indirekt in die Parlamente: Der Kantonsrat muss die entsprechenden finanziellen Mittel genehmigen. Der Stadtzürcher Gemeinderat wird über den Baurechtsvertrag und das Umbauprojekt der Zeughäuser befinden.

Im Zürcher Kantonsrat und im Zürcher Gemeinderat wurden in den vergangenen Jahren mehrere Vorstösse eingereicht. Gerade ist im Kantonsparlament eine SP-Motion eingegangen, welche einen Kredit für eine Vergrösserung des neuen Polizei- und Justizzentrums verlangt. Dies unter anderem «um den Volkswillen umzusetzen», damit das «gesamte Kasernenareal für eine öffentliche Nutzung» frei werde. (sda)

Erstellt: 17.11.2016, 11:16 Uhr

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