Zum Hauptinhalt springen

Polizisten ziehen 20-Jährige aus eiskaltem Zürichsee

Eine junge Frau stürmt «aufgebracht» aus einem Lokal am Bellevue und zwei Polizisten beschleicht ein ungutes Gefühl.

Kalte Nächte, eiskaltes Wasser: Der Anlegesteg Zürihorn in der Nacht (Symbolbild). Foto: Patrick B. Kraemer, Keystone
Kalte Nächte, eiskaltes Wasser: Der Anlegesteg Zürihorn in der Nacht (Symbolbild). Foto: Patrick B. Kraemer, Keystone

Am Freitagmorgen, kurz nach 2 Uhr, bemerkte eine Patrouille der Stadtpolizei Zürich, wie eine junge Frau «aufgebracht und nervös» aus einem Lokal am Bellevue kam. Das auffällige Benehmen der Frau habe die beiden Polizisten dazu bewogen, ihr zu folgen, erklärt Pascal Siegenthaler, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich.

Die 20-Jährige habe sich Richtung See begeben, sei über eine Parkbank gestiegen und anschliessend im Dunkeln verschwunden. Die Polizisten seien sodann ebenfalls Richtung See gerannt. Dort hätten sie vom Ufer aus gesehen, dass sich die Frau im rund 6 Grad kalten Wasser befand. Einem der Polizisten sei es gelungen, sie an der Hand zu packen und aus dem Wasser zu ziehen. Die Sanität habe sie umgehend ins Spital gebracht. «Laut den Ärzten befindet sich die Frau in stabilem Zustand», versichert Siegenthaler.

Ob die junge Frau Suizid begehen wollte oder unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand, ist nicht bekannt. Zur Zeit des Geschehens habe dies für die Beamten keine Rolle gespielt, und im Nachhinein bestehe kein Grund, den Fall weiterzuverfolgen. «Für uns ist die Sache abgeschlossen», erklärt Mediensprecher Pascal Siegenthaler. Da keine strafrechtliche Handlung vorliege, würden keine weiteren Ermittlungen eingeleitet.

Wohl das Leben gerettet

Die Stadtpolizei hat der 20-Jährigen durch ihr schnelles Eingreifen wohl das Leben gerettet. Je nach körperlicher Konstitution wäre diese früher oder später ertrunken, erklärt Robert Frey vom Aerztefon Zürich. «In jedem Fall aber eher in Minuten als in Stunden.»

Als erfahrener Rettungssanitäter hat er bereits viele solcher Fälle erlebt. Wie Frey erklärt, entscheiden unterschiedlichste Faktoren darüber, wie lange man im kalten Wasser am Leben bleibt. Nebst der körperlichen Verfassung spiele es auch eine Rolle, ob jemand verletzt sei oder sich im Wasser bewege. «Es gibt Limmatschwimmer, die bei ähnlich tiefen Temperaturen die Limmat überqueren. Es ist durchaus möglich, dies unbeschadet zu überstehen.»

Die Unterkühlung führt nach einer Weile zu Muskelkrämpfen, welche zur Folge haben, dass sich die Betroffenen nicht mehr bewegen können und untergehen. Schlussendlich sterbe man dann wohl eher einen Ertrinkungs- als einen Kältetod, so Frey. Möglich sei auch, dass das Herz irgendwann aufgebe. Habe sich die betroffene Person vorher noch verletzt und eine offene Wunde davongetragen, gehe dies sogar noch schneller.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch