Zürcher Stadtpolizist von Fussballfans verletzt

In der Nacht auf gestern ist ein Polizist im Kreis 5 von mehreren Personen attackiert worden.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist nicht das erste Mal, dass Polizisten dieses Jahr in der Stadt Zürich von Fussballfans angegriffen wurden, doch bei der Attacke am späten Mittwochabend ist ein Stadtpolizist verletzt worden. Kurz vor 23.15 Uhr wollte die Besatzung einer Streifenwagenpatrouille an der Heinrichstrasse im Kreis 5 zwei Personen kontrollieren, die am Sprayen waren. Die beiden flüchteten zu Fuss. Ein Polizist habe einen der beiden bei der Verzweigung Heinrich-/Luisenstrasse einholen und anhalten können, schreibt die Stadtpolizei in einer Medienmitteilung.

Beim anschliessenden Gerangel stürzte der Polizist zu Boden, der Unbekannte konnte weiter Richtung GC-Fanlokal an der Heinrichstrasse flüchten. Gleichzeitig seien mehrere Personen von diesem Lokal herkommend auf den Polizisten zugerannt und hätten den auf dem Boden liegenden Mann mit Schlägen und Fusstritten traktiert. Gemäss Polizeimeldung handelte es sich dabei um «mutmassliche Fussballfans». Der Kollege des attackierten Polizisten habe Reizstoff gegen die Angreifer eingesetzt und sie so zurückdrängen können.

Im Spital ambulant behandelt

dienmitteilung Kopfverletzungen sowie Schürfungen am ganzen Köper erlitten und ist hospitalisiert worden. Nach einer ambulanten Behandlung konnte er das Spital wieder verlassen.

Die Angreifer sind flüchtig. Detektive der Stadtpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei sucht zudem Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder Angaben zu den Angreifern machen können (Tel. 0 444 117 117). Am Mittwochabend hatte der Fussballclub GC gegen Sion im Letzigrund gespielt und dabei mit 0:2 verloren.

Bereits Ende Februar hatten in Zürich Fussballfans Polizisten attackiert. Am Vorabend des Derbys zwischen dem FCZ und GC kam es zu Ausschreitungen und einem grösseren Polizeieinsatz. Zwei Polizisten in Zivilkleidung wurden dabei mit Flaschen und Steinen beworfen und mit Fäusten geschlagen. Einer der Polizisten zog die Dienstwaffe, ohne sie aber einzusetzen, der andere konnte sich mit einem Sprung in vier Meter Tiefe absetzen.

Zürcher Fussballfans haben in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder für negative Schlagzeilen ausserhalb der Stadien gesorgt. Anfang Monat eskalierte die Situation, als GC-Fans auf der Rückreise vom Auswärtsspiel in Lausanne wiederholt die Notbremse im Zug zogen. Zugpersonal und Transportpolizei wurden von gewaltbereiten Fans verfolgt, sie flüchteten und liessen den Zug stehen.

Im November hatten mutmassliche FCZ-Ultras GC-Fans, die in einer Turnhalle trainierten, angegriffen. Im Oktober war beim Derby zwischen GC und dem FCZ ein 14-Jähriger bei einem Angriff so schwer verletzt worden, dass er notfallmässig ins Spital gebracht werden musste.

Der Zürcher Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) hat im Januar eine Arbeitsgruppe namens Orbit eingesetzt, die sich mit der Fangewalt ausserhalb der Fussballstadien auseinandersetzt. Zu den Mitgliedern zählen Vertreter der Jugend- und der Fanarbeit, der SIP Zürich, der Stadtpolizei Zürich sowie des Schul- und Sport-, des Sozial- und des Sicherheitsdepartements.

Erstellt: 10.05.2018, 11:37 Uhr

Artikel zum Thema

Auto rammt Velofahrerin in Winterthur und fährt weiter

Am Mittwochnachmittag hat sich in Winterthur ein Unfall zwischen einem Auto und einem Velo ereignet. Die Polizei sucht Zeugen. Mehr...

Schiesserei in Oxford – Polizei verhandelt mit einem Mann

In der britischen Universitätsstadt ist es zu einem Schusswechsel gekommen. Eine Person wurde verletzt. Mehr...

Mann schiesst in Gossau SG auf seine Partnerin

Ein 52-jähriger Schweizer hat in Gossau SG auf eine 42-jährige Frau geschossen. Danach hat er sich offenbar selbst getötet, wie die Polizei mitteilt. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...