Zum Hauptinhalt springen

Preis für Zürcher Häuser hat sich verdoppelt

In der Stadt Zürich sind Wohngebäude seit 2008 viel teurer geworden. Nicht zuletzt am lärmgeplagten Rosengarten.

hub
Überblick über das Gesamtprojekt mit Tunnelschlaufe und zwei Tramlinien.
Überblick über das Gesamtprojekt mit Tunnelschlaufe und zwei Tramlinien.
PD
1,1 Milliarden Franken soll der Umbau kosten: Die Regierungsratsmitglieder Markus Kägi (SVP) und Carmen Walker Späh (FDP) sowie der Zürcher Stadtrat André Odermatt (SP) referierten an einer Medienkonferenz von Februar 2017 über den Rosengartentunnel und das Rosengartentram.
1,1 Milliarden Franken soll der Umbau kosten: Die Regierungsratsmitglieder Markus Kägi (SVP) und Carmen Walker Späh (FDP) sowie der Zürcher Stadtrat André Odermatt (SP) referierten an einer Medienkonferenz von Februar 2017 über den Rosengartentunnel und das Rosengartentram.
Ruedi Baumann
Visualisierung der Kritiker des Projekts: Der VCS Zürich stellt dar, wie sich der Strassenraum ausdehnen könnte. Visualisierung: VCS Zürich
Visualisierung der Kritiker des Projekts: Der VCS Zürich stellt dar, wie sich der Strassenraum ausdehnen könnte. Visualisierung: VCS Zürich
So sieht es auf der Rosengartenstrasse heute aus: Die alltägliche Blechlawine.
So sieht es auf der Rosengartenstrasse heute aus: Die alltägliche Blechlawine.
Steffen Schmidt, Keystone
Zuletzt kamen auch noch Baustellen dazu (wie auf diesem Bild vom Sommer 2015).
Zuletzt kamen auch noch Baustellen dazu (wie auf diesem Bild vom Sommer 2015).
Patrick B. Krämer, Keystone
Die Rosengartenstrasse (links im Bild) zerschneidet heute das Quartier.
Die Rosengartenstrasse (links im Bild) zerschneidet heute das Quartier.
Sophie Stieger
Der Traum vieler Anwohner: Verkehrsfreie Rosengartenstrasse während einer Sperrung.
Der Traum vieler Anwohner: Verkehrsfreie Rosengartenstrasse während einer Sperrung.
Sophie Stieger
Aufnahme von 1970, als die Hardbrücke erst im Bau war.
Aufnahme von 1970, als die Hardbrücke erst im Bau war.
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Come
Die Blechlawine rollte schon in den Siebzigerjahren.
Die Blechlawine rollte schon in den Siebzigerjahren.
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Com
1 / 11

Wohngebäude in der Stadt Zürich wechseln derzeit für 11'000 Franken pro Quadratmeter Geschossfläche den Besitzer: Der Preis hat sich damit seit 2008 mehr als verdoppelt. Damals lag der Medianwert noch bei 5200 Franken. Das geht aus einer Analyse von knapp 2800 Handänderungen hervor, die Statistik Stadt Zürich ausgewertet hat.

Demnach ist nicht nur der Medianwert angestiegen, auch im Niedrig- und Hochpreissegement hätten sich die Preise ähnlich entwickelt. Die «deutliche Verteuerung» der Liegenschaften wird einerseits darauf zurückgeführt, dass Wohnungen seit Jahren knapp und die Leerstandsquoten entsprechend tief sind. Andererseits trage das Niedrigzinsumfeld zum Preisanstieg bei, da Investitionsmöglichkeiten in ertragsstabile Anlagen wie Immobilien gesucht seien.

Begehrtes Zentrum und Hoffen auf Ruhe

Besonders stark angestiegen sind die Preise im Kreis 1. In der Periode 2013 bis 2018 wurde ein Quadratmeter Nettogeschossfläche dort im Median 75 Prozent teurer gehandelt als in der Periode von 2008 bis 2012. Überdurchschnittliche Preisanstiege wurden auch in den Quartieren Unterstrass ( 50 Prozent), Oberstrass ( 47 Prozent) und Wipkingen ( 46 Prozent) verzeichnet.

Im Gebiet Unterstrass-Wipkingen könnte eine Rolle spielen, dass Stadt und Kanton den Bau des Rosengartentunnels wieder vorantreiben wollen: «Investoren rechnen möglicherweise weit im Voraus mit einer Beruhigung der Verkehrssituation an der Rosengartenstrasse und sind bereit, Immobilien entsprechend teurer zu bezahlen.»

In zwei Quartieren sinken die Preise

In zwei Quartieren wurde ein Quadratmeter Wohnfläche hingegen günstiger: Um 19 Prozent ging der Preis im kleinen Werd-Quartier zurück, wo aber nur wenige Handänderungen zu verzeichnen waren und der Wert deshalb wenig aussagekräftig ist.

Auch im Trend-Quartier Escher Wyss war ein moderater Rückgang um 3 Prozent zu verzeichnen. Statistik Stadt Zürich erklärt sich dies mit der regen Bautätigkeit der vergangenen zwanzig Jahre. Die begehrtesten Lagen dürften schon zu Beginn der untersuchten Periode den Besitzer gewechselt haben.

Die Lage ist nicht alles

Die räumliche Verteilung der Immobilienpreise innerhalb der Stadt ist nicht überraschend: Am teuersten ist der Quadratmeter Wohnfläche im Quartier Fluntern sowie im Kreis 1 mit 12'400 Franken (Medianwert). In den Quartieren Hard und Schwamendingen-Mitte sind die Wohnimmobilien im Schnitt am günstigsten (5200 Franken).

Allerdings dürfen die Geschossflächenpreise nach Quartieren nicht überintepretiert werden, hält Statistik Stadt Zürich fest. Sie sollten nicht vorbehaltlos als Gradmesser für die Attraktivität eines Quartiers verwendet werden. Es stimme zwar grundsätzlich, dass an besseren Lagen höhere Preise bezahlt werden. «Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass sich die Strukturen der gehandelten Liegenschaften zwischen den Quartieren zum Teil erheblich unterscheiden.»

So sei es auf den ersten Blick überraschend, dass Witikon am Stadtrand zu den teuersten Quartieren gehöre, während das benachbarte, viel besser erschlossene Hirzenbach bloss im oberen Mittelfeld liege. Der Grund liegt darin, dass Witikon ein locker überbautes Quartier ist - Häuser haben mehr Umschwung als in Hirzenbach: «Wer in Witikon ein Gebäude kauft, erwirbt dabei im Mittel viel mehr Land pro Quadratmeter Nettogeschossfläche.»

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch