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Provisorium im Park des Unispitals wird verlängert

Das Baurekursgericht erteilt dem Heimatschutz eine Abfuhr: Das Bettenhaus-Provisorium, das seit zehn Jahren steht, muss erst in einem Jahr abgebrochen werden.

Darf bis Mitte 2015 stehen bleiben: Das blaue Bettenprovisorium im Park des Universitätsspitals. Das Baugespann kündet ein weiteres Provisorium für 20 Jahre an.
Darf bis Mitte 2015 stehen bleiben: Das blaue Bettenprovisorium im Park des Universitätsspitals. Das Baugespann kündet ein weiteres Provisorium für 20 Jahre an.
Reto Oeschger

Im Park des Universitätsspitals müssen zwei Provisorien unterschieden werden: Einerseits der geplante Modulbau mit sechs Obergeschossen, den der Kanton für 20 Jahre aufstellen will, den der Stadtrat aber für widerrechtlich hält. Dieser Fall ist am Baurekursgericht hängig. Anderseits das viergeschossige Bettenhaus-Provisorium, das seit zehn Jahren steht. Für dieses Bettenhaus auf Stelzen hat der Stadtrat im letzten Oktober eine Verlängerung um 15 Monate bewilligt. Das aber hat der Zürcher Heimatschutz angefochten.

Für den Heimatschutz stellt das Provisorium einen schwerwiegenden Eingriff in die Parkanlage dar, die zusammen mit den Spitalgebäuden im Inventar der überkommunalen Schutzobjekte des Kantons Zürich aufgeführt ist. Da der Umbau des Bettenhauses Ost III, der das Provisorium nötig machte, weitgehend abgeschlossen sei, dürfe die Bewilligung nicht verlängert werden. Es gebe kein öffentliches Interesse, das die Fortdauer des schweren Eingriffs ins Schutzobjekt rechtfertige.

Der Spitalbetrieb hat Vorrang

Doch das Baurekursgericht weist den Heimatschutz ab. Der hohe Stellenwert der Schutzobjekte sei unbestritten, doch sei auch das öffentliche Interesse des Unispitals an einem reibungslosen Spitalbetrieb während der Bauzeit von Gewicht. Das Bauprogramm und der Zeitplan des Unispitals seien sachlich begründet. Unter anderem müssen im Bettenhaus Ost III die Fenster ersetzt werden. Sie wurden wegen des Denkmalschutzes originalgetreu saniert, sind seither aber nicht wetterfest. Wegen dieses Missstandes hat die kantonale Denkmalpflege dem Ersatz der Fenster zugestimmt.

Für das Baugericht ist entscheidend, dass die Verlängerung des Provisoriums nur eine zeitliche Ausdehnung zur Folge hat und keinen zusätzlichen Eingriff in die Substanz des Gartens bedeutet. Das Bettenhaus-Provisorium bestehe seit rund zehn Jahren. Da ändere die einmalige Verlängerung um maximal 15 Monate nichts Erhebliches an der Schwere des Eingriffs in die Schutzobjekte. «Besondere Gründe, weshalb der ursprüngliche Zustand gerade jetzt wiederhergestellt werden muss, liegen nicht vor.»

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