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Raven ohne Staatsbeteiligung

Das Züri-Fäscht kriegt von der Stadt Millionen von Franken überwiesen, die Street Parade keinen Rappen. Die Veranstalter finden das mittlerweile nicht mehr schlimm.

Für den Einsatz von Sanitätern an der Street Parade zahlen die Veranstalter mit. Foto: Reto Oeschger
Für den Einsatz von Sanitätern an der Street Parade zahlen die Veranstalter mit. Foto: Reto Oeschger

Das Züri-Fäscht ist nicht nur der grösste Stadtzürcher Anlass. Es bekommt auch am meisten Subventionen. Mit insgesamt 2,7 Millionen Franken beteiligte sich die Stadt an der diesjährigen Ausführung. Teilt man diesen Betrag durch die Anzahl Besucher, macht das mehr als einen Franken Subvention pro Gast.

Mit dem gleichen Schlüssel gerechnet, müsste die Street Parade etwa eine Million Franken bekommen. Tatsächlich aber wird kein Franken von der Stadt aufs Konto der Street Parade überwiesen. Zürich hat das mittlerweile 28 Jahre alte Techno-Fest noch nie direkt finanziell unterstützt – im Gegensatz zu traditionelleren Anlässen wie dem Knabenschiessen oder dem Sechseläuten, die von jährlichen Beiträgen profitieren.

Die Veranstalter der Street Parade haben das früher bemängelt. Zürich profitiere enorm von der Parade, diese mache die Stadt weltweit bekannt und beschere Hotels und Restaurants Millionengewinne, sagten sie. Gespräche mit Stadträten fanden statt, geändert hat sich nichts.

Gebührenfreie Route

Mittlerweile stören sich die Organisatoren aber nicht mehr an dieser Ungleichbehandlung. Sie haben in den letzten Jahren kein Gesuch auf Gebührenerlass eingereicht. «Wir fühlen uns fair behandelt und pflegen einen guten Kontakt zu den Ämtern», sagt ­Parade-Sprecher Stefan Epli. Im Endeffekt verrechne die Stadt der Parade auch nicht alle anfallenden Kosten.

Gebühren zur Benutzung des öffentlichen Grundes müssen die Organisatoren nicht für die ganze Route abliefern, sondern nur für jene Flächen, auf denen Stände oder Bühnen stehen. «Die ­Sicherheitskosten liegen wohl ebenfalls höher als das, was wir zahlen», sagt Epli. Der Gesamtbetrag, den die Street Parade der Stadt überweist, belaufe sich auf «ein paar 100'000 Franken». Exakte Angaben seien schwierig, auch weil die Abfallentsorgung seit ein paar Jahren private Firmen übernommen hätten.

Weniger Durst bei Regen

Die Street Parade verlangt von ihren Besuchern keinen Eintritt. Der Anlass mit einem Budget von 2,5 Millionen Franken finanziert sich über Beiträge von Sponsoren, die Vermietung von Food-Ständen und die Getränkeverkäufe während des Fests. «Wir bieten viel Programm. Da könnte man im Gegenzug erwarten, dass die Besucher Getränke an unseren Ständen kaufen», sagt Sprecher Epli. Mitgebrachte Dosen oder Flaschen schmälerten den Umsatz. Sie verursachten auch Scherben und zusätzlichen Abfall. Für dessen Entsorgung müssen wiederum die Organisatoren aufkommen.

Bei Schönwetter-Paraden – solche waren in den letzten Jahren die Regel – gehe die Rechnung auf, sagt Epli. «Bei Dauerregen könnte es aber schwierig werden. Dann kommen weniger Besucher, und diese trinken weniger.» Entsprechend genau verfolgten die Organisatoren gestern die Prognosen verschiedener Wetterdienste. «So unberechenbar hat es lange nicht mehr ausgesehen», sagt Epli.

Bedingung: Kein Gewinn

Theoretisch könnte auch die Street Parade einen städtischen Unterstützungsbeitrag einfordern. Seit Anfang 2015 gelten in Zürich neue Veranstaltungsrichtlinien. Sie legen fest, welche Feste Anrecht auf einen Gebührenerlass haben. Hauptbedingung ist, dass die Veranstaltung keinen Gewinn macht. Diese würde die Street Parade erfüllen. Sie ist als nicht gewinnorientierter Verein organisiert.

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