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Reden mit denen, die allen zuhören

Die Leute der Hilfsorganisation Dargebotene Hand nehmen das Telefon immer ab. Gerade auch in der Weihnachtszeit, wo es den Unglücklichen noch schlechter geht.

Der 75-jährige Hans arbeitet seit 19 Jahren für die Dargebotene Hand. Foto: Urs Jaudas
Der 75-jährige Hans arbeitet seit 19 Jahren für die Dargebotene Hand. Foto: Urs Jaudas

Schon auf dem Weg zum Stadelhofen, wo er dann das Tram nimmt, hat Hans fast alle Gespräche vergessen, die er in den letzten fünf Stunden seiner Schicht geführt hat. Nicht weil sie ihm egal gewesen wären. Sondern um sich zu schützen.

Da ist die Mutter, die schon vor Weihnachten mit der ganzen Familie Streit bekommen hat. Der Vater, mit dem die Kinder nicht mehr reden. Das Mädchen, das seine Arme ritzt. Der Michael Kohlhaas, der seit Jahrzehnten gegen die Behörden kämpft. Der Betrunkene, der nur noch schimpft. Der Einsame, der jeden Tag bis zu zehnmal die Nummer 143 wählt und immer wieder dieselbe ­Geschichte erzählt, die er schon allen anderen immer wieder erzählt hat. Mit solchen Anrufenden umzugehen, ist nicht einfach. Nur schon, weil so viele andere auch Hilfe brauchen.

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