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Die Regierung will kein neues Rathaus

Ein neues, offenes Haus der Demokratie im Herzen Zürichs: Das fordern SP und EVP. Vorläufig ohne Erfolg.

Das gut 300-jährige Rathaus am Limmatquai soll die Heimstätte der Zürcher Demokratie bleiben. Das findet der Zürcher Kantonsrat.
Das gut 300-jährige Rathaus am Limmatquai soll die Heimstätte der Zürcher Demokratie bleiben. Das findet der Zürcher Kantonsrat.
Urs Jaudas
Den abschätzig «Fleischkäse» genannten Bau nennt Wäschle einen «äusserst problematischen Bau».
Den abschätzig «Fleischkäse» genannten Bau nennt Wäschle einen «äusserst problematischen Bau».
Heinz Diener
Mike Guyer erklärt den Politikern die Vorgaben für die Semesterarbeit.
Mike Guyer erklärt den Politikern die Vorgaben für die Semesterarbeit.
Andrea Zahler
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Eng, stickig, abgeschottet: So negativ titulieren Parlamentsmitglieder das alte Rathaus aus dem Jahr 1698. Das denkmalgeschützte Haus an der Limmat stosse zwar räumlich, technisch und betrieblich an seine Grenzen, räumt der Regierungsrat nun nein. Auch anerkennt er «grundsätzlich die neuen Ansprüche an ein modernes Parlamentsgebäude» wie besserer Dialog mit der Bevölkerung und höhere Zugänglichkeit. Dennoch erteilt er dem Wunsch von Kantonsrätinnen und Kantonsräten von SP und EVP nach einem neuen «Haus der Demokratie» eine Absage.

In seiner Antwort auf eine entsprechende Motion schreibt die Regierung, dass die Instandsetzung des Rathauses in Planung und auf gutem Wege ist. «Es zeichnet sich ab, dass ein Grossteil der bestehenden Defizite behoben werden können.» Derzeit würden diverse Varianten geprüft. Auch wird auf die schwierige und langwierige Suche nach einem neuen Standort hingewiesen. Der Kanton habe kein geeignetes Grundstück, so die Regierung.

Auf die Semesterarbeiten von ETH-Architekturstudenten, welche drei Dutzend mögliche Standorte gefunden hatten, oder den Vorschlag von Architekt Walter Wäschle geht die Regierung nicht ein. Wäschle will das Bernhard-Theater neben dem Opernhaus, im Volksmund «Fleischkäse» genannt, durch ein neues Rathaus ersetzen.

Mangelhafte Fluchtwege

Auffallend ist, dass die federführende Baudirektion von Martin Neukom (Grüne) kein Wort über die Sicherheit verliert. Um diese steht es im jetzigen Zustand schlecht, da es nur einen einzigen Fluchtweg gibt: die Türe zum Limmatquai hin – oder aber den Sprung in die Limmat.

Die Motion kommt nun in den Kantonsrat, wo das Plenum darüber abstimmen wird. Im Rathaus tagen das Kantonsparlament, der Regierungsrat, das Stadtzürcher Parlament, die reformierte und die katholische Synode sowie das Jugendparlament.

SP, Grüne und EVP haben einen ähnlichen Vorstoss beim Zürcher Stadtrat eingereicht. Dessen Antwort steht noch aus. Das Rathaus ist im Besitz des Kantons. Die Sanierung wird mit dem Neubau der Rathausbrücke koordiniert. Die Parlamente werden in dieser Zeit mehrere Jahre lang in einem Provisorium arbeiten müssen. Dessen Standort ist noch unbekannt. Es war bereits vom Maag-Areal in Zürich-West die Rede.

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