Roger Köppel und die Millionendividende
Roger Köppel inszenierte sich jüngst als Verfechter von Transparenz. Doch seine eigene Geschichte hat Lücken.

Das war sich Roger Köppel nicht gewohnt. Ein paar Sekunden Stille machten sich breit, als der SVP-Ständeratskandidat seine Pressekonferenz am 24. September im Hotel Schweizerhof beim Zürcher Hauptbahnhof beendete und die Fragen der Journalistinnen und Journalisten anstanden. Auf seiner Tour durch den Kanton, «Mein Wahlkampf» nannte sie Köppel, werden diese Sekunden normalerweise mit Applaus gefüllt.
Die anwesenden Reporter mussten Köppels Worte erst verdauen. Zum Auftakt der heissen Phase des Wahlkampfs hatte er nicht wie angekündigt eine «persönliche Erklärung zum Ständeratswahlkampf» abgegeben, sondern zum Frontalangriff auf seine Gegner angesetzt, hatte die «Pöstchenjägerei» seiner Konkurrenten Ruedi Noser und Daniel Jositsch angeprangert, die «Durchseuchung» des Parlaments. Ihm gehe es darum, Transparenz herzustellen, bei seinen Gegnern und bei sich selbst, erklärte er.

