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Für dieses Haus in Zürich standen 500 Personen Schlange

Stundenlang harrten Bewerber aus, um eine städtische Liegenschaft im Villenquartier beim Rieterpark zu besichtigen.

In Zürich-Enge spielte sich am Montagnachmittag Aussergewöhnliches ab: Quer durchs Quartier standen Hunderte Menschen während Stunden Schlange. Ihr Ziel: die Liegenschaft an der Gablerstrasse 3. Der Grund: Das städtische Einfamilienhaus mit sechs Zimmern auf zwei Etagen und einer Wohnfläche von 134 Quadratmetern wird neu vermietet – zum Preis von 2500 Franken netto pro Monat. Für Zürcher Verhältnisse ein Schnäppchen.

Das Haus Gablerstrasse 3 in Zürich-Enge: 500 Leute wollten am Besuchstermin die freie 6-Zimmer-Wohnung ansehen.
Das Haus Gablerstrasse 3 in Zürich-Enge: 500 Leute wollten am Besuchstermin die freie 6-Zimmer-Wohnung ansehen.
Doris Fanconi
Unscheinbare Haustür: Das Gebäude an der Gablerstrasse 3 im Zürcher Kreis 2 diente früher als Gärtnerhaus. Es liegt am Rand des Rieterparks.
Unscheinbare Haustür: Das Gebäude an der Gablerstrasse 3 im Zürcher Kreis 2 diente früher als Gärtnerhaus. Es liegt am Rand des Rieterparks.
ZVG
Das Treppenhaus des Gebäudes: Die Wohnung verfügt über sechs Zimmer. Weil aber eines davon nicht als Schlafzimmer genutzt werden kann, wird sie an vier statt fünf Personen vermietet.
Das Treppenhaus des Gebäudes: Die Wohnung verfügt über sechs Zimmer. Weil aber eines davon nicht als Schlafzimmer genutzt werden kann, wird sie an vier statt fünf Personen vermietet.
ZVG
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Hinzu kommt, dass das Gebäude an geradezu fantastischer Lage mitten im Villenquartier vom Kreis 2 liegt, nämlich direkt beim Rieterpark. Es diente früher als Gärtnerhaus und ist Bestandteil der Villa Wesendonck, in welcher die Besitzerfamilie Berühmtheiten wie Richard Wagner beherbergt hatte. 1945 erwarb die Stadt Zürich das Haus und richtete darin eine grosszügige Wohnung ein. Damals wie heute ist sie explizit für eine Familie mit mehreren Kindern gedacht. Das Gebäude beim Rieterpark ist eines von rund 130 Einfamilienhäusern, welche der Stadt Zürich derzeit gehören.

Formulare waren innert Kürze weg

Kein Wunder also, warteten bereits eine halbe Stunde vor Besichtigungsstart rund 300 Personen auf Einlass, wie ein Leser gegenüber dem «Blick» berichtete. Einige von ihnen hätten sich sogar schon eine Stunde vor dem Termin in Position gebracht.

Hunderte Personen standen an um die städtische Wohnung zu besichtigen.

In der Ausschreibung der Wohnung vor einer Woche im «Tagblatt der Stadt Zürich» war die Besichtigung für 15.30 Uhr angesetzt und hätte bis 16.30 Uhr gedauert. «Wegen des grossen Interesses haben meine Kolleginnen und Kollegen die Türen aber schon um 15 Uhr geöffnet und sind bis 18 Uhr geblieben», sagt Kuno Gurtner, Sprecher der Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich.

Trotzdem konnten sich viele die Wohnung nicht mehr ansehen, und auch die Anmeldeformulare waren innert kürzester Zeit weg. «Wir haben aber auch deren Adressen aufgenommen, obwohl wir grundsätzlich möchten, dass Interessenten eine Wohnung mit allen Vor- und Nachteilen gesehen haben, bevor sie sich bewerben», sagt Gurtner.

Die Stadt geht in die Verlängerung

Wie viele Leute vor Ort waren, lässt sich laut Gurtner nicht genau sagen. Oft seien ganze Familien gekommen, sodass es wohl einiges mehr als 500 Personen waren. Insgesamt hat die Liegenschaftenverwaltung rund 100 Formulare abgegeben, von weiteren rund 180 Interessenten haben die Mitarbeiter vor Ort die Adressen notiert und die Bewerbungsformulare heute an sie versandt. Üblicherweise haben Bewerber nach einer Besichtigung drei Tage Zeit, um ihre Unterlagen einzusenden. «Da wir vom Ansturm etwas überrascht wurden und nicht genügend Formulare dabeihatten, verlängern wir die Frist bis zum 13. März», sagt Gurtner.

Weil ein Zimmer im Haus an der Gablerstrasse 3 nicht als Schlafzimmer genutzt werden kann, beträgt die Mindestbelegung vier Personen statt fünf wie üblicherweise bei städtischen 6-Zimmer-Wohnungen. Da die Wohnung bereits leer stehe, sei man daran interessiert, dass möglichst bald jemand einziehe, so Gurtner. «Auch eine WG wäre möglich, Familien haben aber die besseren Chancen», sagt Gurtner. Bis Ende nächste Woche will die Liegenschaftenverwaltung ihren Vermietungsentscheid fällen.

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