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Rykart muss die Linke von der härteren Gangart überzeugen

Die Stadt Zürich und die Fussballvereine ziehen endlich am selben Strick. Noch fehlen aber die Fans.

«Wir müssen grosse Gruppen einkesseln können»: Daniel Blumer, Polizeikommandant der Stadtpolizei Zürich. Video: Pascal Unternährer, Aline Bavier

«Die Gewalt hat eine neue Dimension erreicht.» Das sagte Polizeivorsteher Richard Wolff im Dezember 2014 nach einer Krawallnacht. Der AL-Mann musste seinen Posten an die Grüne Karin Rykart übergeben. Und sie sagte kürzlich nach heftigen Angriffen auf Polizisten, die Rettungssanitäter begleiteten: «Die Gewalt hat eine neue Dimension erreicht.»

Dazwischen gab es viele grössere Vorfälle. Fussball-Ultras, die mit unglaublicher Brutalität aufeinander losgingen. Gewalttäter aus demselben Umfeld, die Jagd auf Polizisten machten. Es ist fast ein Wunder, dass es noch kein Todesopfer gab. Dies zeigt: Der Kampf gegen diese Strassengewalt muss ein Schwerpunkt für die frisch gewählte Stadtregierung sein. Das Signal, das – endlich im Verbund mit den Fussballclubs – gesendet wurde, war ein starkes. Es richtet sich an alle und vielleicht ein bisschen mehr an die Fankurven, die sich dagegen wehren müssen, dass Gewaltbereite ihre Farben in den Dreck ziehen. Hier müssen sich künftig vermehrt die Fandelegierten einklinken.

Gelingt eine Beruhigung auf den Strassen, ist es das Gesellinnenstück der neuen Sicherheitsvorsteherin. Wie für jene, die damals das Platzspitz/Letten- oder das Sihlquai-Problem gelöst haben. Dass ausgerechnet Karin Rykart für den repressiven Teil der neuen Strategie «Prävention – Repression» zuständig ist, mag für die grüne Politikerin lästig sein. Aber sie muss die Verantwortung übernehmen. Für die Bevölkerung. Für «ihre» Polizisten. Sie muss ihr politisches Lager hinter sich scharen, damit etwas geht. Vielleicht braucht es dafür mehr technische Mittel wie Videokameras und mehr Polizisten. Das Hauptproblem war bisher die Beweisführung gegen die Gewalttäter. Auch war die Polizei oft nicht in der Lage war, die Täter zu verhaften. Niemand will einen Polizeistaat. Einkesselungen, wie sie dem Polizeikommandanten vorschweben, darf es nur in begründeten Ausnahmefällen geben. Aber wir erinnern uns: Nur mit grossen Interventionen gelang es der Polizei, den 1. Mai wieder zu einem friedlichen Fest zu machen.

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