SBB heben Parkplätze vor Bahnhof Stadelhofen auf

Die acht Parkplätze für Taxis, Behinderte und Mobility sind verschwunden – zugunsten des historischen Gebäudes.

Neu herrscht vor dem Bahnhof Stadelhofen ein absolutes Parkverbot, bis vor kurzem gab es hier Parkplätze. (Video: Stefan Hohler)

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Die acht Parkplätze vor dem Bahnhof Stadelhofen gibt es nicht mehr. Die Parkfelder auf der linken Seite des Haupteingangs sind seit letztem Donnerstag mit einem rot-weissen Absperrband markiert, auf der rechten Seite steht eine Securitas-Mitarbeiterin und informiert parkwillige Autolenker über das neue Verkehrsregime. Zudem sind überall provisorische Parkverbotsschilder angebracht. Die nun aufgehobenen Parkplätze waren unter anderem für Taxis, Mobility und Behinderte reserviert.

Der Grund für die Aktion: eine Entflechtung zwischen Privat- und öffentlichem Verkehr sowie eine freie Sicht auf das denkmalgeschützte Gebäude. Laut SBB-Mediensprecher Oli Dischoe gibt es zwischen der kantonalen Denkmalpflege und den SBB eine Nutzungsvereinbarung für den Bahnhof Stadelhofen. Diese regelt unter anderem die Gestaltung und Nutzung des Vorplatzes des altehrwürdigen und denkmalgeschützten Bahnhofgebäudes.

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Diese Vereinbarung siehe vor, so Dischoe, dass der Vorplatz freizuhalten sei. Deshalb seien die Taxistandplätze, die Parkplätze und der Mobilitystandplatz per Ende Oktober aufgehoben worden, die Mieter der SBB wurden entsprechend informiert.

Wie Dischoe weiter sagt, sei es insbesondere in den Hauptverkehrszeiten oder bei Grossveranstaltungen oft zu unübersichtlichen und gefährlichen Situationen gekommen. Beispielsweise zwischen Taxis und auf den Zug eilenden Pendlern, die sich in die Quere gekommen seien. Diese Situation habe man mit der Aufhebung der Parkplätze nun entschärft. Die Aufenthaltsqualität wie auch die Sicherheit für Bahnkunden und Passanten seien damit erhöht werden.

So sah es zuvor aus: Taxis (rechts) und Plätze für Zulieferer und Behinderte (links). Bild: SBB

Die nächsten Mobilitystandplätze mit mehreren Autos befinden sich an der nahen Mühlebachstrasse und an der Promenadengasse beim Kunsthaus. Mit dem neuen Verkehrsregime ist es auch für Taxis verboten, von der Kreuzbühlstrasse in die Stadelhoferstrasse zu fahren.

«Kritische Situationen»

Rudolf Andres, Besitzer der Stadelhofen-Apotheke und Präsident der Vereinigung Bellevue/Stadelhofen, kann das Argument der Entflechtung zwischen Privatverkehr und ÖV verstehen, es habe immer kritische Situationen gegeben. Dass aber auch mit Denkmalschutzgründen argumentiert werde, sei unverständlich. Er bemängelt, dass es mit dem absoluten Parkverbot nicht mehr möglich ist, jemanden schnell zum Bahnhof zu bringen oder jemanden abzuholen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.11.2018, 15:57 Uhr

Rekurs gegen Axa-Neubau

Im Traditionscafé Mandarin beim Bahnhof Stadelhofen wirtet seit Ende März der Gastronom Bindella mit einem Pop-up-Konzept: Das Mandarino setzt auf die italienische Küche, genauer auf die von Apulien. Das Gebäude wird einem Neubau von Stararchitekt Santiago Calatrava weichen müssen, welcher für die Axa Winterthur ein Projekt für 46 Millionen Franken realisiert. Der private Gestaltungsplan ist anfangs Jahr im Zürcher Gemeinderat bewilligt worden. Laut einem Axa-Sprecher ist gegen den Gestaltungsplan für das «Haus zum Falken» am Stadelhofen ein Rekurs eingegangen, den das Baurekursgericht zu beurteilen hat. Der geplante Baustart verzögert sich durch den Rekurs, derzeit könne kein neuer Termin genannt werden. (hoh)

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