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SBB will gegen Sattelwerbung vorgehen

Gegen 100'000 Velosättel haben Grossfirmen in den letzten Wochen mit bunter Werbung überzogen.

Illegale Methode: Sattelwerbung am HB.
Illegale Methode: Sattelwerbung am HB.
Tiefbauamt Stadt Zürich

Die Migros hat 10'000 Velosättel damit ausgerüstet. Der Naturheilmittelhersteller A. Vogel 15'000. Der Versicherungskonzern Axa Winterthur 20'000. Und der Ringier-Verlag hat die Schweiz gleich dreimal mit brombeerfarbigen Sattelschonern überzogen und damit für eine Gratiszeitung und ein Kleinanzeigenportal geworben. Zusammen mit dem Filmverleiher Ascot Elite und Nokia dürften damit laut «SonntagsZeitung» in den letzten Wochen gegen 100'000 Überzüge über Sättel gestülpt worden sein. Selbst die Stadt Zürich hat vor drei Monaten mit Schonern auf die Velostation aufmerksam gemacht.

Meist zielen die Werber auf Velos an grossen Bahnhöfe wie dem Zürcher HB, dem Winterthurer Hauptbahnhof oder dem Bahnhof Stadelhofen. Die Firmen lassen sich die Marketingaktionen einiges kosten: Die Migros zahlt pro Überzug zwei Franken, Axa einen Franken. Die angefragten Firmen berichten laut «SonntagsZeitung» unisono von positiven Reaktionen der Velofahrer. Einige Passanten seien gar auf die Verteiler zugegangen und hätten diese gebeten, ihnen ebenfalls einen Überzug zu geben, lässt sich Axa zitieren.

SBB schreiten ein

Was die Firmen übersehen: Sattelwerbung, eine einst unkonventionelle Form von Guerilla-Marketing, verliert an Originalität. Illegal bleibt sie trotzdem. «Auf öffentlichem Grund sind solche Werbeaktionen verboten», sagt Marco Bisa, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich. Jeder Bürger, der sich davon belästigt fühle, könne Anzeige erstatten.

Die SBB, auf deren Bahnhöfen die allermeisten Fälle von Sattelwerbung aufgetreten sind, wollen nicht mehr länger zuschauen: «Auch wir ärgern uns, wenn unsere Kunden mit unerwünschter Werbung belästigt werden», sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig gegenüber der «SonntagsZeitung». Die Bundesbahnen würden die Verteiler am liebsten in flagranti erwischen, erklärte Ginsig. Guerilla-Marketing werde auf dem Gelände der SBB nicht toleriert. Die Bahn werde einschreiten, wenn sie solche Aktionen beobachte.

Bei den verantwortlichen Werbeagenturen wie Brand Emotions oder Face AG sei man sich der rechtlichen Situation bewusst, schreibt die «SonntagsZeitung». Zu einem Umdenken sei es aber erst aufgrund der Recherche gekommen. «Heute würden wir diese Methode einem Kunden nicht mehr empfehlen», sagte Miriam Mayer von der Frauenfelder Face AG.

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