Schüsse in Zürcher Islam-Zentrum, Täter floh, Toter gefunden

Zwischen dem Kasernenareal und der Europaallee kam es zu einem schweren Zwischenfall. Eine Grossfahndung läuft.

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Grossaufgebot von Polizei und Sanität am Montagabend an der Eisgasse und der Militärstrasse beim Zeughausareal im Kreis 4: Ein gutes Dutzend Polizei- und Rettungsfahrzeuge säumten die Militärstrasse, eine Verkehrspolizistin regelte den Verkehr und schleuste die Trolleybusse durch den Engpass. Die kurze Eisgasse zwischen Zeughausareal und Europaallee war komplett abgesperrt. Darin bewegten sich Polizisten, Forensiker und Sanitäter. Diensthunde an langen Leinen schwärmten mit ihren Hundeführern in die Nebengassen aus und ins Zeughausareal. Und mehrere Polizisten der Spezialeinheit Skorpion mit Helm, schusssicheren Westen und Maschinenpistolen sicherten das Gelände ab.

Um 17.30 Uhr hatte ein Unbekannter einen zweistöckigen Gewerbebau an der Eisgasse 6 betreten, in dem sich das somalisch-islamische Kulturzentrum befindet, und Schüsse auf mehrere Betende abgegeben. Drei Männer im Alter von 30, 35 und 56 Jahren wurden zum Teil schwer verletzt, wie die Stadtpolizei Zürich und die Staatsanwaltschaft in einer Medienmitteilung schrieben. Der mutmassliche Täter flüchtete danach aus der Moschee in Richtung Zeughausareal. Gemäss ersten Zeugenaussagen handelte es sich beim Fliehenden um einen ca. 30-jährigen Mann. Er trug dunkle Kleidung und eine dunkle Wollmütze. Es wurde eine Grossfahndung eingeleitet, die bei Redaktionsschluss noch andauerte.

Lebloser Körper entdeckt

Laut Augenzeugen befanden sich ungefähr zehn Leute im Gebäude des Islamischen Zentrums – mehrheitlich Personen aus dem Maghreb, aus Somalia und Eritrea. Kurz vor 17 Uhr habe dort eine Gebetsrunde stattgefunden.

Nur ein paar Hundert Meter vom Islamischen Zentrum entfernt, bei der Rio-Bar an der Gessnerbrücke, wurde kurze Zeit später ein lebloser Körper entdeckt. Auch diesen Tatort riegelte die Polizei grossräumig ab. Unterhalb der Rio-Bar war ein weisses, hell beleuchtetes Zelt aufgestellt, auf der Brücke waren Polizei- und Sanitätswagen. Ob es sich beim Toten um den Täter handelte, der sich selber umgebracht hatte, wie bald unter den Journalisten und den anwesenden Somaliern gemutmasst wurde, wollte die Polizei weder dementieren noch bestätigen.

Zeugenaufruf

Die weiteren Ermittlungen werden nun durch die Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte sowie die Kantonspolizei Zürich geführt. Erst wenn weitere gesicherte Erkenntnisse und Fakten vorlägen, werde weiter informiert, erklärte die Stadtpolizei gestern am späten Abend.

Personen, die am Montagabend, 19. Dezember 2016, zwischen 17.15 und 17.45 Uhr an der Eisgasse 6 (zwischen Kasernenareal und Europaallee) Wahrnehmungen gemacht haben, die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten, oder Angaben zum unbekannten Täter oder zum Tatablauf machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Zürich, Tel. 044 247 22 11, in Verbindung zu setzen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.12.2016, 23:35 Uhr

Update folgt...

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