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Schnelle Lösung im Lohndumping-Skandal

Die Unia hatte die Arbeiten auf der Baustelle Hardturmpark am Morgen eingestellt. In der Zwischenzeit konnten die Lohnzahlungen bereits sichergestellt werden – die Arbeiten werden morgen wieder aufgenommen.

Lohndumping in Zürich: Auf der Hardturmpark-Baustelle wurden Stundenlöhne zwischen neun und zehn Franken bezahlt. (3. März 2015)
Lohndumping in Zürich: Auf der Hardturmpark-Baustelle wurden Stundenlöhne zwischen neun und zehn Franken bezahlt. (3. März 2015)
Walter Bieri, Keystone

Die Unia Zürich-Schaffhausen hatte am Morgen auf der Baustelle Hardturmpark in Zürich-West die Arbeiten zunächst eingestellt, weil Gebäudetechniker aus Ungarn zu Tiefstlöhnen beschäftigt wurden. Die Gewerkschaft sprach von einem «gravierenden Fall von Lohndumping» und «mafiösen Zuständen».

Gemäss Unia wurden seit dem vergangenen Herbst auf der Baustelle 30 bis 40 Gebäudetechniker zu «absoluten Dumpinglöhnen» zwischen 9 und 10 Franken pro Stunde beschäftigt, sagte Roman Burger, Geschäftsleiter der Unia Region Zürich-Schaffhausen, vor den Medien. Zustehen würden ihnen gemäss Gesamtarbeitsvertrag das Doppelte bis Dreifache.

Bereits vor Beginn der Arbeiten auf der Hardturmpark-Baustelle seien bei der Unia Hinweise eingegangen, dass eine Firma den Zuschlag bekommen habe, die so günstig offeriert habe, dass Dumpinglöhne praktisch programmiert gewesen seien. Die Fakten zu beschaffen, sei jedoch extrem schwierig gewesen.

Kompliziertes Konstrukt von Sub-Unternehmen

Laut Unia steht hinter dem jüngsten Lohndumpingfall – wie so oft – eine «lange Kette von Auftragsvergaben». So wurde der Auftrag der Helvetia von der Schweizer Niederlassung der österreichischen Porr Gruppe an das ungarische Subunternehmen Hexatech vergeben. Dieses wiederum gab den Auftrag an das Basler Unternehmen Lavalange GmbH weiter, die wiederum im Besitz der Hexatech ist.

Bei Lavalange handle es sich um eine Briefkastenfirma, deren Spur sich bei einem Anwalt in der Basler Innenstadt verliere, führte Burger aus. Laut Handelsregister-Auszug bezweckt die Gesellschaft «die Betätigung in der Marktforschung, Reklame und Marketing auf dem Gebiet der Sicherheitstechnik, zur Sicherung von Gebäuden, insbesondere Banken etc.».

Mit dem komplizierten Konstrukt werde versucht, die Zahlung von Entsendezulagen und Spesen zu umgehen, so die Unia. Gegen aussen würden die Dumpinglöhne mit gefälschten Arbeitsverträgen verschleiert. Auf einem der Verträge wurde zwar ein Monatslohn von 4700 Franken ausgewiesen, effektiv ausbezahlt wurden jedoch lediglich 1860 Franken.

Die Unia schätzt, dass den Arbeitern bisher mindestens eine halbe Million Franken vorenthalten wurde. «Hätten wir den Fall nicht aufgedeckt, hätte sich die Summe bis zum Bauende auf rund eine Million Franken summiert, rechnete Burger vor.

Schnelle Problemlösung

Im Gespräch mit der Generalunternehmerin Porr konnte jedoch eine schnelle Lösung für den Lohndumpingfall auf der Baustelle Hardturmpark in Zürich West gefunden werden. Die Porr hat in vorbildlicher Weise die Verantwortung für die Verfehlungen ihrer Subunternehmen übernommen und es wurde gemeinsam ein Prozess festgelegt, um allen betroffenen Arbeitern zu ihren korrekten Löhnen zu verhelfen.

Ein unabhängiges Treuhandbüro wird anhand der Unterlagen, die Porr liefern muss, korrekte Lohnabrechnungen erstellen und für jede Person genau ausweisen, was für Lohnnachzahlungen fällig sind. Um diese Zahlungen unabhängig vom Verhalten der Subunternehmen sicherzustellen, hat Porr 500‘000 Franken auf ein Sperrkonto einbezahlt. Diese Summe dient dazu, die korrekten Löhne zu bezahlen.

Weiter wurde zum Schutz der Arbeiter vereinbart, dass es auf Grund der heutigen Intervention zu keiner Kündigung kommen darf und alle das Recht haben, die Arbeiten bis zum Abschluss ihrer Baustellen weiter zu führen. Damit sind für alle beteiligten Parteien die Voraussetzungen geschaffen, dass die Arbeiten auf der Baustelle Hardturmpark ab morgen früh wieder aufgenommen werden können.

SDA/pst

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