2000 Schüler streiken fürs Klima

Heute Freitagmorgen sind erneut Tausende durch Zürichs Strassen gezogen. Ihre Forderung: Die Ausrufung des Klimanotstands.

Der Demonstrationszug in der Lagerstrasse in Zürich. (Video: Leser-Reporter)

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In Zürich sind am Freitag Schülerinnen und Schüler auf die Strasse gegangen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Bereits vor einer Woche hatte die Jugendbewegung die Zürcher Stadtregierung aufgefordert, den Klimanotstand auszurufen.

Treffpunkt war um 9 Uhr auf der Polyterrasse. Mit Transparenten ausgerüstet zogen die Demonstranten anschliessend durch die Innenstadt. Die Schlusskundgebung der bewilligten Demonstration fand schliesslich auf dem Bürkliplatz statt.

2000 Personen zogen durch die Strasse

Gemäss einer Twitter-Meldung der Juso Stadt Zürich nahmen mindestens 2000 Schülerinnen und Schüler am Klimastreik in Zürich teil. Die Stadtpolizei Zürich bestätigte mehrere hundert Personen, wie es auf Anfrage hiess.

Wegen der Demonstration verkehrten 15 Tram- und Busslinien in der Innenstadt während rund zwei Stunden unregelmässig und wurden teils umgeleitet, wie die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich mitteilten.

Auch in anderen Städten der Schweiz haben am Freitag Schülerinnen und Schüler gestreikt. Vorbild ist die Schwedin Greta Thunberg. Die 15-Jährige schwänzt seit August jeden Freitag die Schule, um für eine Reduktion des CO2-Ausstosses zu demonstrieren. Mittlerweile hat sie Nachahmer auf der ganzen Welt. In Zürich schwänzten bereits am 21. Dezember 2018 hunderte Schülerinnen und Schüler den Unterricht, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren.

Schulleitungen zeigen Sympathie

Die Schulleiterinnen und -leiter der Zürcher Kantonsschulen zeigen grundsätzlich Sympathie gegenüber dem Anliegen und Engagement der Schülerinnen und Schüler. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema gehöre zum Auftrag der Schulen, schreibt der Präsident der Schulleiterkonferenz der Zürcher Kantonsschulen.

Das Schwänzen wird aber deshalb trotzdem nicht einfach so toleriert: «Absenzen werden gemäss Disziplinarreglement pädagogisch sinnvoll und angemessen behandelt», heisst es im Papier mit dem Titel «Grundsätze zum Umgang mit Klimastreikenden» weiter.

Der erste Klimastreik: Bei der Demo im Dezember gingen 4000 Menschen auf die Strasse.

Die Zürcher Schülerinnen und Schüler würden deshalb aber nicht einfach abgestraft: «Die Schulen thematisieren mit den Streikenden ausserhalb des Unterrichts die Forderungen und besprechen Handlungsoptionen.» Zudem sei die Schulleiterkonferenz der Zürcher Mittelschulen im Kontakt mit Vertreter der Streikenden.

Anfrage beim Regierungsrat

Das Engagement der Schülerinnen und Schüler hat nun auch drei SP-Kantonsräte zu einer Anfrage an den Zürcher Regierungsrat veranlasst: Sie wollen unter anderem wissen, wie der Regierungsrat zu den Forderungen der streikenden Schülerinnen und Schüler steht und wie es mit Sanktionen aussieht.

Als Folge des Zürcher Klimastreiks vom 21. Dezember hatte sich die Jugendbewegung Klimastreik Zürich auf drei Forderungen geeinigt und diese am Donnerstag, 10. Januar dem Zürcher Stadtrat Andreas Hauri (GLP) übergeben.

Verlangt wird, dass die Stadt ihre Treibhausgas-Emissionen bis im Jahr 2030 auf netto null reduziert. Zudem soll der Klimanotstand ausgerufen werden und die Stadtzürcher Regierung müsse die Bevölkerung über die Ursachen und existenzbedrohenden Folgen der Klimakrise informieren. (sda/tif)

Erstellt: 18.01.2019, 10:19 Uhr

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