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66-Jähriger stirbt bei Zürcher Seeüberquerung

Erstmals nahmen bei der Stadtzürcher Seeüberquerung über 10'000 Schwimmerinnen und Schwimmer teil – mit trauriger Bilanz: Ein Teilnehmer hat sein Leben verloren.

Thomas Hasler, Lea Blum
Drei, zwei, eins, und los: Über 10'000 Teilnehmer sind am Mittwoch von der Badi Tiefenbrunnen bis zum Mythenquai geschwommen. (Video: Lea Blum, Reto Oeschger und Thomas Hasler)

Es war ein Anlass, der dem Organisationskomitee «Grund zum Jubeln» gegeben hätte, wie der langjährige OK-Präsident Urs Kessler sagte. Doch dann kam, kurz vor 17.30 Uhr, die schreckliche Nachricht: Teilnehmende Schwimmer hatten im Wasser eine leblose Person bemerkt und Alarm geschlagen. Wasserschutzpolizisten und das Sicherungspersonal der Seeüberquerung konnte den Mann, dessen Identität zunächst nicht feststand, rasch bergen.

Während Reanimationsmassnahmen eingeleitet wurden, transportierten sie den Mann ins Strandbad Tiefenbrunnen, wo ein Notarzt von Schutz & Rettung die weiteren lebensrettenden Sofortmassnahmen übernahm. Trotzdem kam für den Mann jede Hilfe zu spät.

100 Helfer auf dem Wasser

Die Hintergründe, die zum tragischen Zwischenfall geführt haben, werden durch die Stadtpolizei und vom Institut für Rechtsmedizin abgeklärt. Am Donnerstagmorgen teilte die Stadtpolizei Zürich mit, dass das Opfer identifiziert wurde. Es handle sich um einen 66-jährigen Schweizer, der im Kanton Zürich lebt. Eine Dritteinwirkung schliesst die Polizei aus.

Weiter überprüft werden dürfte das Sicherheitsdispositiv des organisierenden Vereins Stadtzürcher Seeüberquerung. Am Anlass standen gut 300 Helferinnen und Helfer im Einsatz, wie Mediensprecherin Manuela Schläpfer sagte. Davon sicherten 100 Rettungsschwimmer die 1500 Meter lange Strecke zwischen den Strandbädern Mythenquai und Tiefenbrunnen.

Auf Plakaten wurden die Teilnehmenden darauf aufmerksam gemacht, die Überquerung sei ein Plauschanlass und kein Wettkampf. Sie sollten ihre Kräfte einteilen und bei Ermüdung zum nächsten Weidling schwimmen. Auch über Lautsprecher wurden sie aufgefordert, im Notfall mit gestrecktem Arm aufs Wasser zu schlagen. «Der Veranstalter übernimmt keine Haftung. Versicherung ist Sache der Teilnehmenden.»

Neuer Teilnehmerrekord

Die 1985 erstmals für Jugendliche und ab 1986 auch für Erwachsene durchgeführte Seeüberquerung, die in den 33 Jahren vier Mal wegen schlechter Bedingungen ausfiel und weitere zehn Mal erst am dritten angesetzten Datum stattfand, war bisher von schwer wiegenden Zwischenfällen verschont geblieben. Urs Kessler, von Anfang an dabei, kann sich an keinen Todesfall erinnern. Zwischenfälle gab es mehr an Land als im Wasser, beispielsweise wegen Unterkühlung, oder weil jemand an Land einen Schwächeanfall erlitt.

Wäre die diesjährige, 29. Durchführung des Anlass nicht von diesem Todesfall überschattet worden, hätten die Organisatoren von einem «grossen Erfolg» und einem «sehr glücklichen Tag» berichten können. Zum ersten Mal wurde mit 10 705 Teilnehmenden,darunter 243 Jugendliche im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren, die ominöse Schallgrenze geknackt. Der bisherige Rekord lag bei 9348 Teilnehmenden im Jahre 2012. Ok-Präsident Urs Kessler macht dafür die «optimalen Bedingungen» verantwortlich: 27 Grad Luft, knapp 24 Grad Wasser und ein Termin noch vor den Sommerferien.

19.40 Minuten für 1500 Meter

Nachdem bisher 98 875 Personen den See überquert hatten, war auch klar, dass der oder die 100 000. Schwimmer/in gesucht war. Rund 600 Personen bewarben sich dafür auf der Webseite des Vereins. Ausgelost wurde die 29-jährige Deborah Rosenstein. Ihre siebte Teilnahme werde sicher ein «Highlight» werden, strahlte sie vor dem Start. Sie werde wohl etwa 40 bis 45 Minuten benötigen. Das sehen der knapp 18-jährige Nikola Rangelov und die 16-jährige Naomi Gerber lockerer. Als erster Mann benötigte Rangelov 19.40 Minuten, Gerber als erste Frau 24.26 Minuten.

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