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Sexboxen: «Bestmöglicher Schutz für alle»

Die Strassenprostitution in Zürich wird durch die geplanten Sexboxen in Altstetten geordneter und sicherer, ist das Komitee «Ja zum Strichplatz» überzeugt. Am 11. März entscheiden die Stimmberechtigten.

Erst wenn die Sexboxen stehen, will die Stadt den Sihlquai-Strich aufheben: Strassenstrich am Sihlquai:
Erst wenn die Sexboxen stehen, will die Stadt den Sihlquai-Strich aufheben: Strassenstrich am Sihlquai:
Thomas Burla
Auf dieser Brache soll der Strichplatz gebaut werden. Im Hintergrund die Containersiedlung für Asylbewerber.
Auf dieser Brache soll der Strichplatz gebaut werden. Im Hintergrund die Containersiedlung für Asylbewerber.
Sophie Stieger
Vom Sihlquai in die Brunau: Der Autostrich ohne Boxen soll künftig unter der Autobahnbrücke stattfinden.
Vom Sihlquai in die Brunau: Der Autostrich ohne Boxen soll künftig unter der Autobahnbrücke stattfinden.
Google Street View
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Dem Pro-Komitee, das gemäss Kampagne «klare Verhältnisse für ein uraltes Gewerbe» erwartet, gehören SP, FDP, Grüne, Grünliberale und CVP an. Gegen den vom Gemeindeparlament im letzten September bewilligten Baukredit hatte die SVP das Referendum ergriffen.

Der Strichplatz am Depotweg, der den Strassenstrich am Sihlquai ersetzen soll, biete allen Beteiligten den bestmöglichen Schutz, sagte Gemeinderat Andreas Hauri (GLP). Anwohner gebe es dort kaum und die «Geschäfte» würden in sogenannten Boxen auf dem eingezäunten Areal und nicht wie heute in irgend einem Hinterhof oder unter einer Brücke erledigt.

Alarmknopf für Dirnen

Auf dem Strichplatz seien die Prostituierten besser vor Ausbeutung und Gewalt durch Zuhälter, Freier und andere Prostituierte geschützt, sagte CVP-Gemeinderat Christian Traber. Aber auch für die Freier werde die Gefahr, betrogen zu werden, vermindert.

Ein Freier fährt auf dem Strichplatz mit einer Prostituierten in eine Sexbox und kann dort das Auto nicht verlassen. Auf der Beifahrerseite ist dagegen ein Fluchtweg vorhanden. Die Prostituierte kann auch einen Alarmknopf betätigen.

Von Erfahrungen in Deutschland profitieren

Zürich hat gemäss Gemeinderätin Fabienne Vocat (Grüne) aus den positiven und negativen Erfahrungen in Deutschland mit Strichplätzen gelernt. In Köln und Essen funktioniere das Modell gut. In Dortmund, wo ein «unkontrollierbares, wucherndes Gelände» zur Verfügung gestellt worden war, sei die Situation dagegen eskaliert.

Die Kosten für das Strichplatz-Projekt sind nach Ansicht des Komitees vertretbar. Von den 2,4 Millionen Franken Investitionskosten entfalle eine halbe Million auf die Altlastensanierung, die ohnehin früher oder später erfolgen müsse, sagte Vocat.

Die eigentlichen Betriebskosten lägen bei 270'000 Franken pro Jahr. Sie seien erstaunlicherweise im Vergleich zu Projekten im Ausland geringer. Bau und Betrieb des Strichplatzes koste die Stadt zwar viel Geld, sagte FDP-Gemeinderat Roger Tognella. Es fielen aber auch Kosten für Sicherheit und Sauberkeit am Sihlquai weg, die bisher von Stadt und Privaten getragen würden.

«Städtische Aufgabe»

Der Strichplatz dient nach den Worten von Vocat der Erfüllung einer städtischen Aufgabe, nämlich dem Schutz der Bevölkerung. Von einer Subventionierung des Strassenstrichs oder gar der Zuhälterei könne nicht gesprochen werden.

Als Gegenwert für das investierte Geld erhalten laut Tognella die Stadt, die Bevölkerung, das lokale Gewerbe und die Prostituierten selber «klare, geordnete und sichere Verhältnisse». Aufgrund der Erfahrungen im Ausland könne davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Prostituierten eher zurückgehe, sagte Vocat.

SDA/jcu

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