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Trotz Kritik hält Richard Wolff an seinem Amt fest

Der Zürcher Statthalter kritisiert den Sicherheitsvorsteher wegen des besetzten Koch-Areals. Dieser zeigt sich unbeirrt. Ein Besetzer berichtet, der Druck habe zugenommen.

Akzeptieren die Verfügung: Stadtpräsidentin Corine Mauch mit den Stadträten Leupi (l.) und Wolff. Foto: Dominique Meienberg
Akzeptieren die Verfügung: Stadtpräsidentin Corine Mauch mit den Stadträten Leupi (l.) und Wolff. Foto: Dominique Meienberg

Die Zürcher Politik hat sich gestern mit einem brisanten Bericht beschäftigt. Darin kritisiert der Zürcher Statthalter Mathis Kläntschi (Grüne) den Umgang der Stadt mit dem besetzten Koch-Areal in Altstetten. Im Fokus steht AL-Polizeivorsteher Richard Wolff. Er hat während Monaten geduldet, dass die Besetzer auf dem Areal gross angelegte Rockkonzerte und Partynächte veranstalteten. Auf öffentlichen Druck hat Wolff das Dossier letzten Herbst wegen Befangenheit an seinen Amtskollegen Daniel Leupi (Grüne) übergeben. Statthalter Kläntschi geht in seinem Bericht vor allem auf die Zeit vor dieser Dossierübergabe ein.

Bildstrecke: Statthalter Mathis Kläntschi informiert über das Koch-Areal:

Hat die Untersuchung durchgeführt: Statthalter Mathis Kläntschi (Grüne) kritisiert Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) scharf – er sei «beratungsresistent» gewesen.
Hat die Untersuchung durchgeführt: Statthalter Mathis Kläntschi (Grüne) kritisiert Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) scharf – er sei «beratungsresistent» gewesen.
Dominique Meienberg
Stadtrat Richard Wolff (AL) ist seit Ende Oktober nicht mehr für das Koch-Areal zuständig.
Stadtrat Richard Wolff (AL) ist seit Ende Oktober nicht mehr für das Koch-Areal zuständig.
Urs Jaudas
Diese Umgebung wird «Zirkusquartier» genannt.
Diese Umgebung wird «Zirkusquartier» genannt.
Thomas Egli
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Kläntschi wirft Wolff und dem Gesamtstadtrat vor, auf dem besetzten Areal kein Recht angewendet, sondern willkürlich gehandelt zu haben. Den Sicherheitsvorsteher selbst nennt er «beratungsresistent». Kläntschi fordert, dass der Stadtrat auf dem Areal so schnell als möglich alle feuerpolizeilichen Defizite beseitigt. Falls die nötigen Massnahmen nicht friedlich durchgeführt werden könnten, solle das Areal geräumt werden. Bis diese Auflagen erfüllt sind, will er von der Stadtregierung monatlich einen Rapport über die Entwicklung.

Mauch zeigt sich befremdet

Der Stadtrat nimmt die Anordnungen des Statthalters gelassen entgegen – und teilt seinerseits Kritik aus. Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) zeigt sich befremdet von Kläntschis Tonalität. Sie sieht sich bestätigt vom eingeschlagenen Kurs im Umgang mit den Besetzern des Koch-Areals und zweifelt nicht an der stadträtlichen Duldungspolitik gegenüber Besetzern. Sie will weiterhin auf Dialog statt auf Räumung setzen.

Das Koch-Areal zeichnet sich als heisses Wahlkampfthema ab. Richard Wolff hat bereits bekannt gegeben, dass er im nächsten Jahr wieder zu den Stadtratswahlen antritt. Gestern zeigte er sich unerschüttert im Willen, weiterhin Polizeivorsteher zu bleiben. Etwas anderes zu fordern, sei billig, sagt er im Interview mit dem TA. Die FDP, die mit einem bürgerlichen Ticket liebäugelt, frohlockt. Severin Pflüger, Gemeinderat und Präsident der Stadtpartei, sagt: «Wolff ist am leichtesten anzugreifen.» Die FDP wird bis zu den Wahlen im Frühling 2018 weiterhin am Thema Koch-Areal bleiben, genauso wie die Stadtzürcher SVP. Beide Parteien stehen grundsätzlich nicht hinter der Duldungspolitik des Stadtrats. In dieser Frage werden sich die Bürgerlichen in den kommenden Monaten mit den Linken streiten. Die SP und die Grünen stützen den Stadtrat grundsätzlich und begrüssen, wie er nun mit dem Koch-Areal umgeht.

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