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Teilsieg nach Streik im Sheraton

Ein Teil des Reinigungspersonals legte gestern die Arbeit nieder. Nun verzeichnen sie erste Erfolge.

Angestellte des Hotels Sheraton (Turm hinten rechts) streiken.
Angestellte des Hotels Sheraton (Turm hinten rechts) streiken.
PD

Das Viersternhotel Sheraton an der Pfingstweidstrasse in Zürich-West muss heute Donnerstag ohne einen Teil des Reinigungspersonals auskommen. Der Grund: ein Warnstreik wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Das Reinigungspersonal ist dem Subunternehmen Burkhard Reinigungen unterstellt, dass die Arbeiterinnen unter unwürdigen Bedingungen arbeiten lässt, sagt Lorenz Keller von der Gewerkschaft Unia.

Die Vorwürfe reichen von verspäteten Lohnzahlungen über rassistische Äusserungen bis hin zu zu wenig Personal und zu viel Arbeit. Auf ein Zweier-Reinigungsteam kommen laut Keller aktuell 75 Zimmer pro Tag. «Ich bin total am Anschlag, habe keine Zeit für meine Familie und werde am Schluss noch von meiner Chefin angeschrien», sagt eine der Angestellten.

«Das Personal geht mit dem Warnstreik ein hohes Risiko ein, aber es sieht keinen anderen Ausweg mehr.»

Lorenz Keller, Unia

Das streikende Personal schlägt eine Lösung für die Situation vor: eine Festanstellung durch das Hotel. Die Anstellung beim Subunternehmen sei das Problem. Dadurch würden sich Hotel und Subunternehmen immer gegenseitig die Verantwortung zuschieben, und niemand fühle sich zuständig. Keller sagt: «Das Personal greift mit dem Warnstreik zu einem drastischen Mittel, aber es sieht keinen anderen Ausweg mehr.» Das Hotel wisse schon seit einem Jahr von den Problemen, dagegen unternommen habe es bis jetzt aber nichts. Wie es weitergeht, weiss das Personal zurzeit nicht. Man werde den heutigen Streik abwarten und am Abend beraten, was die nächsten Schritte sind.

Hotel sieht keinen Handlungsbedarf

Das Hotel betont, dass das Wohlbefinden und die Sicherheit der Mitarbeiter oberste Priorität hätten, und relativiert den Streik: Nur vier Personen seien heute nicht zur Arbeit erschienen. Das würde den Tagesablauf des Hotels nicht wirklich stören. Eine externe Reinigungsfirma zu beauftragen, sei in der Hotellerie üblich. Das Unternehmen sei sorgfältig ausgewählt worden und werde regelmässigen Kontrollen unterzogen.

Keller von der Unia meint dazu: «Schon vorher war das Arbeitspensum zu viel, jetzt wird das Hotel sich möglicherweise externes Personal geholt haben, ansonsten ist der Arbeitsaufwand mit dem fehlenden Personal nicht zu stemmen.» Die Zahl der streikenden Personen sei entgegen der Behauptung des Hotels acht, nicht vier.

Neue Entwicklungen am Abend

Der Donnerstagabend brachte einen Teilerfolg für die Hotelangestellten ein. Am Montag sollen verbindliche Gespräche zwischen den Angestellten und den Verantwortlichen des Hotels stattfinden. Ausserdem wird mit sofortiger Wirkung die Anzahl der Zimmer begrenzt, die ein Team pro Tag reinigen muss. Seitens des Hotels wird versprochen, die Verantwortung für das Personal ab jetzt ernster zu nehmen. Damit erklären die Angestellten ihren Streik für beendet und kehren am Freitag zur Arbeit zurück.

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