So kommt man an die Wohnung ran

Allein um einen Termin für eine Wohnungsbesichtigung zu ergattern, gingen in Zürich unlängst 30'000 Anrufe ein. Damit man eine Chance hat, gilt es, ein paar Dinge zu beachten.

Alltäglicher Anblick in Zürich: Warteschlange bei einer Wohnungsbesichtigung.

Alltäglicher Anblick in Zürich: Warteschlange bei einer Wohnungsbesichtigung. Bild: Keystone

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Der Wohnungsmarkt in Zürich ist hart umkämpft. Bei Besichtigungsterminen stehen die Interessenten nicht nur zu Hunderten in der Warteschlange. Sogar für die Anmeldung für eine Wohnungsbesichtigung melden sich Zehntausende, wie «20 Minuten» berichtete. Wer bei einem solchen Andrang aus der Masse herausstechen will und seine Chancen verbessern möchte, muss Folgendes beachten:

  • Beim Besichtigungstermin sollte man nicht nur gepflegt auftreten, sondern sich von Anfang an interessiert zeigen. Ideal ist es auch, wenn alle Bewerbungsunterlagen bereits im Voraus vorbereitet wurden, denn je schneller die Unterlagen beim Vermieter sind, desto besser.

  • Ins Bewerbungsdossier gehört neben den korrekt und sauber ausgefüllten Formularen des Vermieters ein Betreibungsregisterauszug, der nicht älter als zwei Monate ist. Ein Lohnausweis ist nicht nötig. Heute ist es allerdings üblich, ein Begleitschreiben mit Foto beizulegen. Dabei geht es wie bei einem Bewerbungsgespräch darum, sich positiv von der Masse abzuheben, ohne zu übertreiben. Auch Nachhaken ist gut. Allerdings sollte man damit mindestens eine Woche warten, und zu viele Anrufe sind kontraproduktiv. Geschenke oder Bestechungsversuche sind tabu.

  • Weil Wohnungen oft unter der Hand vergeben werden, ist es ratsam, Freunde, Familie und Bekannte über die Wohnungssuche zu informieren. Auch ein Facebook-Post kann helfen.

  • Nicht zu unterschätzen sind auch altbewährte Methoden der Wohnungssuche: Anzeigen auf Gratisinserate-Tafeln und Pinnwänden in Einkaufszentren, Quartierläden, Restaurants, Kultur- und Gemeinschaftszentren sowie von Warenhäusern, Schulen und Spitälern in der gewünschten Wohnumgebung.

  • Wer auf eine Genossenschaftswohnung aspiriert, sollte sich über Neubauprojekte der jeweiligen Genossenschaften informieren und frühzeitig Interesse anmelden. Neubauten bieten grössere Chancen als einzelne, freie Wohnungen in bestehenden Siedlungen – insbesondere weil nach der Fertigstellung der neuen Wohnungen durch Rochaden innerhalb der Genossenschaft auch ältere, günstigere Wohnungen frei werden.

  • Die meisten Genossenschaften führen keine Wartelisten mehr. Sie schreiben die Wohnungen im Internet aus. Es lohnt sich, regelmässig auf die Homepage der jeweiligen Genossenschaften zu sehen und sofort zu handeln, wenn ein Inserat erscheint.

  • Wird einem die Wohnung gekündigt, sollte man umgehend mit der Suche nach einer neuen Unterkunft beginnen und den Suchradius nicht zu eng ziehen, auch wenn man gerne im angestammten Quartier bleiben möchte. Zwar sind inzwischen auch Wohnungen in der Agglomeration begehrt, es gibt aber weitaus weniger Bewerbungen als in der Stadt Zürich.
(tif)

Erstellt: 18.05.2016, 08:27 Uhr

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