So sieht Zürichs neuer Hafen aus

Eine 17 Meter breite und 150 Meter lange Mole plus Restaurants: In Zürich-Tiefenbrunnen soll eine Marina für 400 Boote gebaut werden. Ohne Einsprachen dürfte es 2023 so weit sein.

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Das könnte ein neuer Lieblingsort der Zürcherinnen und Zürcher werden: die Marina Tiefenbrunnen mit ihrer spektakulären Mole hinaus in den See. Heute Freitag haben Stadt und Kanton Zürich den Sieger des Architekturwettbewerbs präsentiert: Gleich an der Grenze zu Zollikon soll für 38 Millionen Franken ein modernes Wassersportzentrum gebaut werden.

Es bietet Platz für 400 Boote zu Wasser und 150 Boote an Land. Für Nicht-Wassersportler noch interessanter dürfte aber der Fakt sein, dass die Marina öffentlich wird und zwei Restaurants um die Gunst des Publikums buhlen werden. Zuoberst auf dem viergeschossigen Clubhaus kommt ein erstes Gastronomielokal mit 100 Innen- und 60 Aussenplätzen hin. Und am Ende der schwimmenden Mole, die 150 Meter in den See hinausragt, wird eine Buvette mit 100 Innen- und 100 Aussenplätzen zum Trinken, Essen und Verweilen animieren.

Die Mole hat es ohnehin in sich: Geplant ist eine Breite von 17 Metern, wobei die Sicht auf die Alpen oder die Stadt auf Sitzbänken genossen werden kann. Clubhaus und Buvette werden aus Holz gefertigt sein, der Boden der Mole besteht aus Zement, der auf Schwimmkörpern liegt.

Gewonnen haben junge Zürcher

Ein junges Zürcher Team namens Waldrap hat sich gegen 77 Mitbewerber durchgesetzt. Es hat den 1. Preis der einstimmigen Jury zusammen mit Pechmann Landschaftsarchitekten – ebenfalls aus Zürich – gewonnen.

Geplant ist, die Kosten von 38 Millionen auf vier Partner aufzuteilen: Stadt Zürich, drei Segel-Clubs, Kibag AG und die Mobiliar-Versicherung. Diese werden eine Aktiengesellschaft gründen, an der sie je zu einem Viertel beteiligt sind.

Wie Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) vor den Medien erklärte, soll das Seebecken entlastet und entflechtet werden. So ist geplant, 200 Bojen-Bootsplätze beim General-Guisan-Quai, beim Mythenquai, beim Hafen Wollishofen, vor der Blatterwiese sowie zwischen der Badi und dem jetzigen Hafen Tiefenbrunnen aufzuheben. Insgesamt bleibt die Anzahl Bootsplätze aber gleich. Freude am Wenigerverkehr werden unter anderen die Kursschiffe der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft haben.

Ermässigungen für Segelclubs

Baudirektor Markus Kägi (SVP) als Vertreter des See-Eigentümers Kanton erklärte, die Bootsplätze würden «sozialverträgliche» Mietpreise haben. Statt 7 Franken pro Quadratmeter werden die drei involvierten Vereine Zürcher Segel Club, Zürcher Yacht Club und Segel-Club Enge 3.50 Franken zahlen. Die übrigen privaten Mieter müssen den vollen Betrag zahlen. Insgesamt dürfte der Kanton rund 250’000 Franken an Konzessionsgebühren einnehmen.

Die Marina AG wird auch der Stadt einen Baurechtszins zahlen müssen. Dessen Höhe ist noch unbestimmt, dürfte aber moderat ausfallen, wie es an der Pressekonferenz hiess.

Besserer Seezugang nach 2025

In einer ersten Phase soll das Wassersportzentrum plus Mole plus Hafen gebaut werden. Drei Vorlagen (Beteiligung der Stadt an der AG, Gestaltungsplan und Baurechtsvertrag) werden in einem Paket 2020 dem Gemeinderat vorgelegt, so Odermatts Plan. Stimmt das Parlament zu, gibt es kein Referendum und keine Einsprachen von Anwohnern, dürfte die Marina 2023 gebaut sein.

In einer zweiten Phase – ab 2025 – soll zudem die Umgebung aufgewertet werden. Die Wasserschutzpolizei (Wapo) soll auf die andere Seite des Clubhauses wechseln und mehr Platz erhalten. Anstelle der Wapo kommt ein öffentlicher Park, der gleich anschliessend an den bestehenden gebaut werden soll. Die Kosten für die 2. Phase sind noch nicht beziffert worden.

Erstellt: 13.07.2018, 13:32 Uhr

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