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Sondersetting soll mit Spenden finanziert werden

19'000 statt 29'000 Franken soll das geplante Sondersetting von Jugendstraftäter Carlos kosten. Die Betreuungsfirma Riesen-Oggenfuss ist derzeit auf der Suche nach privaten Spendern.

Carlos auf seinem Bett in der betreuten Wohnung in Reinach. (Screenshot SRF)
Carlos auf seinem Bett in der betreuten Wohnung in Reinach. (Screenshot SRF)
Keystone
Justizdirektor Martin Graf (Grüne) nimmt zum zweiten Mal vor den Medien Stellung zum Fall Carlos. Erstmals äusserte er sich am 6. September (Bild), nachdem er bei der Oberjugendanwaltschaft einen Bericht zum Fall angefordert hatte.
Justizdirektor Martin Graf (Grüne) nimmt zum zweiten Mal vor den Medien Stellung zum Fall Carlos. Erstmals äusserte er sich am 6. September (Bild), nachdem er bei der Oberjugendanwaltschaft einen Bericht zum Fall angefordert hatte.
Sophie Stieger
Boxer mit «All for Brian»-T-Shirt setzt ein Zeichen
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Kostas Maros
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Die Betreuungsfirma Riesen-Oggenfuss sucht Sponsoren für Carlos. Ein privater Spender für die Massnahmen des jungen Straftäters konnte bereits gewonnen werden, wie die SonntagsZeitung berichtet. Die Fachleute führen weitere Gespräche, um Geld für die Betreuung zu sammeln. Das neue Sondersetting kostet den Staat 19''000 statt 29'000 Franken – es deckt den Aufwand für den 18-Jährigen gemäss allerdings nicht. Finanziert werden müssen die 1:1-Betreuung rund um die Uhr, der Privatlehrer, Kost und Logis, die psychologische Begleitung, die Standortbestimmung und weitere Posten.

Das neue Setting steht auf Geheiss des Bundesgerichts seit letzten Donnerstag. Es beruht im Wesentlichen auf einer Offerte, die Anna-Lisa Oggenfuss und Rolf Riesen im Herbst der Justizdirektion unterbreiteten. Diese hatte nach der massiven Kritik am ursprünglichen Sondersetting für monatlich 29'000 Franken der Anbieterfirma ein Kostendach von 20'000 Franken auferlegt. Laut Insidern schien den beiden Fachleuten der Firma Riesen-Oggenfuss die Zusammenarbeit mit dem heute 18-Jährigen derart am Herzen zu liegen, dass sie in Kauf nahmen, einen Teil der anfallenden Kosten selber zu tragen. Abstriche machte die Firma bei den Löhnen, dem Personalaufwand und der Wohnungsmiete.

Derweil erwägt die Familie, eine Strafanzeige gegen unbekannt wegen Nötigung einzureichen. Hintergrund ist die Versetzung von Carlos ins Gefängnis Limmattal Ende August durch die Oberjugendanwaltschaft.

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