Schirme auf Sechseläutenplatz müssen bereits wieder weg

Zwei Monate lang hätten die 20 Sonnenschirme Schatten spenden sollen. Nun werden sie bereits nach fünf Tagen entfernt.

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Das hat sich Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) bestimmt ganz anders vorgestellt. Am vergangenen Freitag öffnete er vor versammelter Medienschar eigenhändig den ersten Sonnenschirm und gab bekannt, dass 20 weisse, quadratische Schirme in den nächsten zwei Monaten der Bevölkerung Schatten auf dem Sechseläutenplatz spenden sollen. Doch daraus wird nun nichts. Denn der Test, der zwei Monate hätte dauern sollen, endet bereits am fünften Tag, wie das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement der Stadt Zürich (TED) heute Dienstagabend mitteilte.

Die 20 Test-Sonnenschirme auf dem Sechseläutenplatz hätten nicht den Erwartungen entsprochen, lautet die Begründung. Das Modell habe entgegen den mündlichen und schriftlichen Zusicherungen des Herstellers bereits schwachem Wind nicht standgehalten. Das war auch für die Bevölkerung ersichtlich. Schon am Wochenende waren diverse Schirme kaputt.

Da wollte TED-Vorsteher Leutenegger aber noch nichts von einem Fehlkauf wissen: «Es wurden zwar fünf Schirme beschädigt, aber der Grossteil hielt den doch sehr starken Böen am Samstagnachmittag stand», sagte er zu «20 Minuten».

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Jetzt klingt es anders: «Aufgrund der Beobachtungen des Tiefbauamts, aber insbesondere auch der Besucherinnen und Besucher des Platzes ist das getestete Modell durchgefallen. Wir haben bereits Mängelrüge erhoben und wollen den Kauf rückgängig machen», lässt sich Leutenegger in der Medienmitteilung zitieren.

Nächster Test soll folgen

Durch die Rückabwicklung des Kaufes werde die Stadt Zürich keinen finanziellen Schaden erleiden, heisst es. Derzeit ist das Tiefbauamt im Gespräch mit dem Lieferanten. Die Kosten für die 20 Sonnenschirme bezifferte das TED beim Teststart auf insgesamt 40'000 Franken, also 2000 Franken pro Schirm.

Das TED begründete vorige Woche die Neuerung damit, dass es immer wieder von der Bevölkerung gebeten worden sei, mehr Möglichkeiten zu schaffen, um sich im Schatten auf dem Sechseläutenplatz aufhalten zu können. Das will das TED den Passanten auch in Zukunft ermöglichen: «Das Bedürfnis nach Schatten auf dem Platz ist ungebrochen gross.» Man sei deshalb im Gespräch mit weiteren Anbietern. Das Ziel: Ein neues Sonnenschirm-Modell finden, das sich besser eigne, um in «der nächsten Saison» erneut einen Test zu wagen. (sip)

Erstellt: 08.08.2017, 17:14 Uhr

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