Zwei Sozialhilfebetrüger kassieren über 300'000 Franken

Das Bezirksgericht Zürich verurteilt zwei Sozialhilfeempfänger. Im Libanon gehörte ihnen ein Wohnhaus im Wert von 600'000 Franken.

Verurteilt wegen Betrugs: Zwei Sozialhilfeempfänger mussten sich vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten.

Verurteilt wegen Betrugs: Zwei Sozialhilfeempfänger mussten sich vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten.

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Zum Schluss hat sich der 51-jährige Beschuldigte reuig gezeigt: «Ich habe es nicht absichtlich gemacht», sagte der Arbeitslose vor dem Bezirksgericht Zürich laut «Blick». Der Mann musste sich zusammen mit seiner 45-jährigen Frau vor Gericht wegen mehrfachen Betrugs verantworten.

Das Ehepaar hat seit Jahren Sozialhilfe empfangen. 330'000 Franken habe das Zürcher Sozialamt gemäss «Blick» ihnen bezahlt. Doch bereits im Sommer 2009 habe der Mann in seinem Heimatland Libanon Grundstücke und ein Haus gekauft. Die Grundstücke hätten insgesamt einen Wert zwischen 50'000 und 200'000 Franken gehabt. Das Haus sei laut Anklageschrift auf 600'000 Franken geschätzt worden.

Der Mann hielt das offenbar geheim – vor seiner Frau (was nicht strafbar ist), aber auch vor dem Sozialamt, was gegen das Gesetz verstösst. Denn: Sozialhilfeempfänger müssen die Vermögenswerte den Behörden offenlegen.

Sponsoring durch Bekannten

Weiter hätten die beiden von einem Bekannten immer wieder teure Geschenke erhalten: zum Beispiel eine Luxusuhr, eine Louis-Vuitton-Damenhandtasche und einen Louis-Vuitton-Schal. Die Sozialhilfeempfänger konnten zudem laut «Blick» mit ihrer Amex-Kreditkarte einkaufen oder Bargeld beziehen, deren Rechnungen der Bekannte bezahlt habe. So kamen insgesamt 86'000 Franken zusammen. Auch davon wusste das Sozialamt nichts.

Die beiden Beschuldigten wurden gestern Montag vom Zürcher Bezirksgericht wegen mehrfachen Betrugs mit 18 Monaten beziehungsweise 12 Monaten Freiheitsstrafe bedingt bestraft. (sip)

Erstellt: 31.10.2017, 09:19 Uhr

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