Stadtzürcher SP zieht ihre Stadion-Initiative zurück

In der grössten Schweizer Stadt wird nicht noch einmal über ein Fussball-Stadion abgestimmt.

Im frühen November noch optimistisch: 4479 hat die SP Stadt Zürich für ihre Initiative sammeln können. (2. November 2018)

Im frühen November noch optimistisch: 4479 hat die SP Stadt Zürich für ihre Initiative sammeln können. (2. November 2018) Bild: Walter Bieri/Keystone

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Die SP der Stadt Zürich nimmt ihre Stadion-Initiative zurück. Nach dem Ja zum Projekt «Ensemble» am 25. November sei die Initiative für ein transparent finanziertes Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal hinfällig, teilte die Partei am späteren Donnerstagabend mit.

Die Partei akzeptiere den Volksentscheid und wolle dem Projekt «Ensemble» keine Steine in den Weg legen. Nun seien dessen Befürworter in der Verantwortung. Die SP sei im Abstimmungskampf die einzige Partei gewesen, die konsequent für den Grundsatz von hundert Prozent gemeinnützigem Wohnraum auf städtischem Land gekämpft habe, heisst es in der Mitteilung weiter.

Der Wunsch der Stadtpräsidentin

Dieser Rückzug der Stadtzürcher SP ist nicht nur für die beiden Super-League-Clubs Grasshoppers und FC Zürich eine erfreuliche Meldung, sondern auch für den Zürcher Stadtrat. Die Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) hatte ihre Parteikolleginnen und -kollegen gebeten, nach dem Ja des Stimmvolks den Gegenvorschlag zurückzuziehen. «Ich appelliere an die SP, dass sie diese Initiative zurückzieht», sagte sie nach dem Erfolg des Projekts «Ensemble» an der Urne. Nun wurde dem Wunsch von Mauch entsprochen. Am 25. November hatte das Stimmvolk dem Projekt des Stadtrats mit 54 Prozent zugestimmt.

Video: Der lange Kampf um das Hardturmstadion

Die wichtigsten Fakten: Die Zürcher Fussballfans mussten lange auf ein Stadion warten. (Video: Tamedia)

Der Gegenvorschlag der SP wurde im frühen November bei der Stadtkanzlei eingereicht. Immerhin fast 4500 Personen hatten diese Initiative unterzeichnet. Dem Initiativkommitee gehörte auch SP-Nationalrätin Jacqueline Badran an.

Projekt besteht aus drei Teilen

Das Projekt «Ensemble» der Investoren HRS, Immobiliengefässe der Credit Suisse sowie Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) besteht aus drei Teilen. Es sieht auf dem rund 55'000 Quadratmeter grossen Areal 174 Genossenschaftswohnungen, ein Stadion für rund 18'000 Zuschauer und zwei 137 Meter hohe Wohn- und Bürotürme mit rund 600 Wohnungen vor. Die gesamten Investitionen belaufen sich auf rund 570 Millionen Franken.

Der Investor will mit den Wohntürmen das Stadion querfinanzieren. Dadurch muss sich die Stadt weder am Bau noch am Betrieb finanziell beteiligen.

(fal/sda)

Erstellt: 06.12.2018, 22:23 Uhr

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