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Sparen für bessere Bauten

Die öffentliche Hand muss so günstig wie möglich bauen, klar. Aber eben nicht nur: Ihre Bauten müssen auch in 100 Jahren noch attraktiv sein.

Die Stadt Zürich will künftig bei Schulhäusern, Pflegezentren und Wohnsiedlungen 10 Prozent billiger bauen. Das ist aus Sicht des Baugewerbes und der Zulieferer eine unerfreuliche Meldung, aus Sicht der Steuerzahler jedoch wohltuend, denn die Stadt­finanzen sind im roten Bereich, und das Ersparte ist bald aufgebraucht. Seit Jahren versichert der Stadtrat, er wolle die Finanzen wieder ins Gleichgewicht bringen. Das Kostensenkungsprogramm von SP-Stadtrat André Odermatt scheint jetzt ein gelungenes Beispiel zu sein. Doch beruht sein Effort nicht nur auf höherer Einsicht, auch die jahrelange Kritik der Bürgerlichen an den unerklärlich hohen Kosten der städtischen Bauten war beförderlich.

Allerdings hat es sich in Zürich zum Volkssport entwickelt, der Stadt Geldverschwendung vorzuwerfen. Hier leben alles Baufachleute, die automatisch wissen, was eine öffentliche Toilette oder ein Tramhäuschen kosten darf – nämlich einen Bruchteil eines Einfamilienhauses. Der Vorwurf der Geldverschleuderung ist die billigste und effektivste Waffe der Opposition, exemplarisch vorgeführt von der SVP, als sie das Gastro-Kunstprojekt «Nagelhaus» auf eine «goldigi Schiissi» reduzierte und die Abstimmung gewann.

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