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Sponsoren bezahlen Gerichtskosten von Zopfi und Wyler

Im Whistleblowerinnen-Prozess kommt eine private Gönnervereinigung für die Kosten auf. Dahinter steckt ein wohlhabender Zürcher Pensionär.

Die Gerichtskosten von 7800 Franken und die 5000 Franken Prozessentschädigung, zu denen das Obergericht die beiden Whistleblowerinnen verurteilt hat, machen nur einen Bruchteil der Prozesskosten aus. Wie Margrit Zopfi schätzt, belaufen sich diese auf insgesamt «mindestens 100'000 Franken».

Zopfi und ihre Mitstreiterin Esther Wyler werden diese Summe nicht aus der eigenen Tasche bezahlen müssen. Wie die NZZ berichtet, kommt dafür eine private Gönnervereinigung um Hans Scharpf auf. Der 79-jährige Zürcher Pensionär bezeichnet sich als einfaches Mitglied der SVP, der auch dank günstigen Umständen zu etwas Wohlstand gekommen sei. Scharpf hat das Bedürfnis, einen Teil seines Vermögens dort einzusetzen, wo es gebraucht wird.

Finanzielles Gleichgewicht zum Stadtrat

Auslöser für Scharpfs Engagement war die Ankündigung des Stadtrats, den Fall der beiden Whistleblowerinnen unabhängig von den Kosten durch alle Gerichtsinstanzen durchzuziehen. Das habe ihn dazu veranlasst, den beiden Beschuldigten unter die Arme zu greifen und das finanzielle Gleichgewicht wiederherzustellen, sagte Scharpf gegenüber der NZZ.

Auch in seinem Freundes- und Bekanntenkreis hat der Rentner Geld gesammelt. Die Spenden überweist er laufend an den Verein «Procourage», der von Wyler, Zopfi und deren Lebenspartner geführt wird. Aus dessen Kasse werden die Prozesskosten bezahlt. Ein allfälliger Restbetrag wird laut Zopfi für Projekte im Bereich Whistleblowing eingesetzt.

Nach ihrer fristlosen Entlassung im Herbst 2007 kam es zuerst zu arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mit der Stadt und mit der Arbeitslosenkasse. Danach kamen Anwaltskosten im Zusammenhang mit einer Strafanzeige gegen die damalige Vorsteherin des Sozialdepartements, Monika Stocker, hinzu. Weitere hohe Kosten verursachte der eigene Prozess. Das Obergericht hat am Dienstag den erstinstanzlichen Freispruch des Bezirksgerichts Zürich umgestossen und die beiden Whistleblowerinnen wegen Amtsgeheimnisverletzung schuldig gesprochen.

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