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Spritzige Schüler erfinden Zürichs Sommerdrink

Sechs Gymnasiasten bringen frischen Wind in den Zürcher Getränkemarkt: «Sprützig» heisst ihre Erfrischung, die immer mehr Restaurants und Bars erobert.

Die «Sprützig»-Macher auf einen Blick: Gian Schumacher, Jon Heinss, Niklas Zihlmann (hinten, v.l.), Valentino Wiedmer, Simon Kloos und Yann Vogt (vorne, v.l.)
Die «Sprützig»-Macher auf einen Blick: Gian Schumacher, Jon Heinss, Niklas Zihlmann (hinten, v.l.), Valentino Wiedmer, Simon Kloos und Yann Vogt (vorne, v.l.)
PD

Von Holunder über Apfel bis Quitten und natürlich Pfefferminze: Aus dieser schmackhaften Mischung besteht «Sprützig», ein Erfrischungsgetränk, welches diesen Sommer in Zürich bei Durstigen ganz besonders hoch im Kurs steht. Auch immer mehr Bars und Restaurants wie Pumpstation, Bü's, PicChic, Justus, Kafi Paradiesli, Rathauscafé oder die Boutique im Landesmuseum setzen auf den neuen Durstlöscher. Ausgetüftelt haben den neuen Zürcher Sommerdrink sechs Jungunternehmer – genauer: sechs Gymnasiasten im Alter von 16 bis 17 Jahren, welche die Kantonsschule Hottingen besuchen.

Sie sorgen derzeit für viel frischen Wind im Zürcher Getränkemarkt. Im Rahmen ihres Schulfachs «Mini Unternehmung» hatten sie Ende vergangenen Jahres die Chance bekommen, ein Produkt zu erfinden und auf dem realen Markt zu verkaufen. «Wir haben uns für ein Getränk als Produkt entschieden. Durst haben schliesslich alle Menschen und ein Getränk kann man gleich kaufen und probieren», sagt Niklas Zihlmann, einer der sechs Miniunternehmer.

Perfekte Getränkemixtur

Die Anfangszeit verlief allerdings äusserst turbulent. Die sechs Jungs kauften zuerst verschiedene Früchte und warfen alles munter in einen Mixer. Die Küche eines Kollegen wurde kurzerhand zu einem Experimentier-Labor umfunktioniert. Um die möglichst perfekte Getränkemixtur zu finden, setzten sie auf Strassenumfragen und bekamen von Passanten Inputs.

«Es ist gar nicht so einfach, ein neues Getränk zu kreieren», sagt Zihlmann. Professionelle Unterstützung bei der Herstellung gab es von der Brauererei Euelbräu in Winterthur, die heute auch der Produzent von Sprützig ist. Für die Abfüllung ist die Brühlgut-Stifung verantwortlich, die Menschen mit Behinderung ins Berufsleben integriert.

«Es ist gar nicht so einfach, ein neues Getränk zu kreieren.»

Niklas Zihlmann, CEO von Sprützig

Die sechs Schüler legen viel Wert darauf, dass bei der Herstellung sämtliche Sprützig-Zutaten aus der Region stammen. «Wir wollen eine gesunde Alternative sein zu Cola, Sprite und wie sie alle heissen», sagt Zihlmann, «deshalb verzichten wir auf Industriezucker.»

In Verhandlungen mit Zürcher Badis

Die Abnehmer der ersten Flaschen Sprützig waren Familienmitglieder, Bekannte und Verwandte. Aber schon bald wurden die ersten Gastronomen und Restaurants angefragt. Michel Péclard beispielsweise, dem einige Restaurant in Zürich gehören, setzt in seinen Lokalen auf Sprützig. Zurzeit stecken die sechs Maturanden in Verhandlungen mit verschiedenen Zürcher Badis. «Wir sind viele Abnehmer direkt angegangen und haben auch Absagen erhalten», sagt Zihlmann. «Das gehört für uns zum Lernprozess.»

Sprützig ist eine Erfolgsgeschichte. Erst recht, wenn man bedenkt, dass das Projekt mit einem elterlichen Startkapital von 3000 Franken startete. Zihlmann ist denn auch mit dem bisherigen Verkauf äusserst zufrieden. Seit dem Start Ende vergangenen Jahres seien knapp 7000 Flaschen des Durstlöschers produziert worden. Die ersten 2500 wurden schon im ersten Monat verkauft.

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