Stadion-Initiative: SP brauchte unerwartet lang

Die stärkste Partei der Stadt Zürich benötigte einen Monat für 3000 Unterschriften. Bei anderen Anliegen reichte ein Wochenende.

Auf Unterschriftenjagd: SP-Nationalrätin Jacqueline Badran erklärt die Initiative.

Auf Unterschriftenjagd: SP-Nationalrätin Jacqueline Badran erklärt die Initiative. Bild: Urs Jaudas

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Wenn die SP in Zürich Unterschriften sammelt, ist das in der Regel eine Machtdemonstration. Die mit Abstand stärkste städtische Partei schafft es im Handumdrehen, für ihre Anliegen die benötigten 3000 Stück zusammenzutragen. So sammelte sie für ihre Velorouten-Initiative im November 2017 an einem einzigen Wochenende 5000 Unterschriften. Locker liessen sich auch die Signaturen für die «Eine Europaallee genügt»-Initiative gewinnen. Das vom Verein Noigass lancierte und von der SP unterstützte Begehren kam in zehn Tagen auf 6000 Stück.

So war davon auszugehen, dass auch die sozialdemokratische Stadion-Initiative ein Selbstläufer sein würde – die Initiative wurde von der städtischen SP mit viel Getöse und viel medialer Aufmerksamkeit lanciert. Gegen den Widerstand ihrer eigenen Stadträte. Die Initiative ist der Gegenentwurf zum Stadion-Projekt des Stadtrats namens «Ensemble». Während bei letzterem das Stadion privat finanziert wird, will die SP ein öffentlich finanziertes.

«Nicht ganz so gut»

Die SP gab sich denn auch sehr selbstbewusst, als sie Mitte September mit dem Unterschriftensammeln begann. Am 14. September fand in der Stadt ein Grossammeltag statt – man hoffte, die Unterschriften würden sich auch dieses Mal im Hochgeschwindigkeits-Modus zusammentragen lassen.

Die Partei brauchte nun aber über einen Monat bis ins Ziel. Das Regionaljournal Zürich/Schaffhausen von Radio SRF meldete heute, die SP habe 3000 Unterschriften zusammen. SP-Co-Präsident Marco Denoth bestätigt die Meldung. Die SP sammle allerdings noch weiter, um ein Polster zu haben, falls sich Unterschriften als ungültig erweisen sollten. Denoth zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis, sagt aber auch, dass die Sammlung «nicht ganz so gut wie bei der Velo-Initiative» gelaufen sei.

Denoths Erklärung: «Wenn man für bessere Velorouten sammelt, dann wird man überrannt. Das finden alle gut. Da braucht es keine Überzeugungsarbeit». Bei einer derart komplexen Sache wie dem Stadion sei die Ausgangslage anspruchsvoller. Denoth räumt ein, dass es «mehr Erklärungsarbeit brauchte als erwartet». Gleichzeitig betont er: «Es hat sich gelohnt, dass wir diese Arbeit geleistet haben: Je länger wir jemandem unsere Initiative erklären konnten, umso grösser war die Wahrscheinlichkeit, dass die Person am Ende unterschrieb.»

Vor der Abstimmung

Die SP werde die Initiative sicher noch vor der Abstimmung über das Ensemble-Projekt Ende November einreichen. Co-Präsident Denoth: «Unser wichtigstes Ziel war immer, dass wir im Abstimmungskampf den Leuten sagen können: Ihr könnt bedenkenlos Nein stimmen, denn es wird danach unser Alternativprojekt zur Abstimmung kommen.»

Erstellt: 17.10.2018, 13:59 Uhr

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