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Stadionbauer in den Startlöchern

Noch ist geheim, wer beim städtischen Investorenwettbewerb für das neue Fussballstadion auf dem Hardturmareal mitmacht. Nun ist durchgesickert: Es sind bekannte Namen darunter.

Die Steiner AG, welche im Rennen ist, hat 1999 bis 2005 das Zürcher Hallenstadion umgebaut.
Die Steiner AG, welche im Rennen ist, hat 1999 bis 2005 das Zürcher Hallenstadion umgebaut.
Alessandro Della Bella, Keystone
Hallenstadion Südfalssade.Bildtext: Hallenstadion Zürich Südfassade
Hallenstadion Südfalssade.Bildtext: Hallenstadion Zürich Südfassade
Beat Marti
Zweite Duplex-Arena (2012 bis 2015)Das «Theatre of Dreams» war das zweite Duplex-Arena-Projekt in Zürich. Seit 2012 verfolgten die ZSC Lions und der Volleyballclub Voléro Zürich das gemeinsame Projekt in der Nähe des Bahnhof Altstetten. 12 000 Plätze für Eishockey- und 3000 für Volleyballfans hätte die Arena bieten sollen. Jetzt ist klar, auch diese Duplex-Arena kommt nicht zustande. Die ZSC Lions verfolgen das Stadionprojekt an gleicher Stelle alleine weiter.
Zweite Duplex-Arena (2012 bis 2015)Das «Theatre of Dreams» war das zweite Duplex-Arena-Projekt in Zürich. Seit 2012 verfolgten die ZSC Lions und der Volleyballclub Voléro Zürich das gemeinsame Projekt in der Nähe des Bahnhof Altstetten. 12 000 Plätze für Eishockey- und 3000 für Volleyballfans hätte die Arena bieten sollen. Jetzt ist klar, auch diese Duplex-Arena kommt nicht zustande. Die ZSC Lions verfolgen das Stadionprojekt an gleicher Stelle alleine weiter.
Caruso St John Architects
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Heute Freitag um 16 Uhr ist die Deadline. Bis dann ist eine Eingabe für den Investorenwettbewerb auf dem Hardturmareal möglich. Gebaut werden soll ein Fussballstadion und zwei Überbauungen, eine davon mit 175 gemeinnützigen Wohnungen. Gesucht sind hauptsächlich Geldgeber, Bauunternehmer, Architekten und Genossenschaften.

Potente Gruppen wie die Halter AG (baute die Luzerner Swissporarena) sowie die CS Real Estate (altes Pentagon-Projekt auf dem Hardturm) haben vergangene Woche abgesagt. Darauf musste befürchtet werden, dass der Stadt als Initiantin des Wettbewerbs die Felle davonschwimmen. Halter hatte bereits ein eigenes Projekt entworfen. Das Ziel von Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) ist, sechs Stadionbauer-Teams für den Bieterwettbewerb auswählen zu können.

Nun könnte diese Zahl doch erreicht werden, wie Recherchen des «Tages-Anzeigers» ergeben haben. Zwar halten sich die potenziellen Mitbewerber noch bedeckt. Es macht den Anschein, dass die Entscheidung teils bis zur letzten Minute hinausgezögert wird. Dennoch ist davon auszugehen, dass diese Teams am Start sind:

  • Hardturm AG: Die Tochter der Albers-Gruppe war Landeigentümerin des Areals, bis sie es der Credit Suisse verkaufte, die darauf das Pentagon-Projekt bauen wollte. Inzwischen ist die CS nicht mehr dabei, die Hardturm AG hat aber einen Arealnachbarn als Partner: Es ist die Kraftwerk1 Bau- und Wohngenossenschaft, aus der – Ironie der Geschichte – der grösste Widerstand gegen das Pentagon gekommen war (Stichworte Einkaufszentrum und Schattenwurf). Als Architekten sind Burkard Meyer dabei, welche das vom Volk abgelehnte Stadionprojekt Hypodrom entworfen hatten. Als Realisator ist der Schweizer Ableger der niederländischen BAM Group vorgesehen, eines Bauunternehmens mit grosser Erfahrung im Stadionbau (Stuttgart, Hannover, Mainz, Augsburg, Dresden). Gleich neben dem Stadionareal baut die Hardturm AG gerade die letzte Etappe des Hard Turm Parks.
  • Losinger Marazzi AG: Die Berner Baufirma mit Zürcher Niederlassung an der Hardturmstrasse hat bereits den Basler St. Jakob Park sowie das Stade de Suisse in Bern gebaut. Die Genossenschaftswohnungen würde im Erfolgsfall die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft Zürich (GBMZ) übernehmen.
  • Steiner AG: Sie baute – noch unter dem Namen Karl Steiner AG – das Zürcher Hallenstadion zur modernen Mehrzweckhalle um. Mit im Boot sind als Träger des gemeinnützigen Wohnungsbaus die Baugenossenschaft des Eidgenössischen Personals (BEP) und drei Architekturbüros.
  • Berninvest AG: Zusammen mit der Immo Invest AG aus Glattbrugg (mit Verwaltungsrat René C. Jäggi, Ex-Präsident FC Basel, 1. FC Kaiserslautern) und einem Partner aus der Hotelbranche will der Berner Anlagefonds-Dienstleister ein Projekt von Maier Hess Architekten und zwei weiteren Büros aus Zürich und Bern umsetzen. Als gemeinnütziger Bauträger mit von der Partie ist die Baugenossenschaft Zurlinden. Die Architekten haben bereits 2014 ein Stadion für Zürich entworfen. Tendenz: keine Schnörkel, Konzentration auf den Fussball.

Warten auf SPS und HRS

Unklar ist, ob zwei weitere Grosse aus der Baubranche sich am Wettbewerb beteiligen werden:

  • Swiss Prime Site (SPS): Der Zürcher Immobiliengigant aus dem Prime Tower hat seinen Entscheid längst getroffen, will ihn aber erst heute kommunizieren. Die SPS hatte bereits ein fertiges Projekt vorgestellt, aber nach Bekanntgabe der Wettbewerbsbedingungen einige Bedenken angemeldet. So war von einem «Wunschkonzert» der Stadt die Rede. Die SPS geht von einer Investitionssumme von 500 Millionen Franken für das Gesamtprojekt aus.
  • HRS Real Estate: Das Thurgauer Bauunternehmen hat bereits das Duplexstadion Fussball/Eishockey in Biel gebaut und wird – sofern das Bundesgericht einen Rekurs ablehnt – das neue Fussballstadion in Aarau bauen. Pikant: Die Architekten der Aargauer Arena sind Burkard Meyer, welche nun im Team der Hardturm AG sind. HRS lässt ausrichten: «Wir befassen uns sehr intensiv mit dem Stadionprojekt in Zürich. Der definitive Entscheid, ob wir wirklich daran teilnehmen, fällt erst am Freitag.»

Was den meisten potenziellen Investoren Kopfschmerzen bereitet, sind die Hauptforderungen der beiden Fussballclubs. Der FCZ und GC wollen als künftige Mieter bloss je 500'000 Franken Miete bezahlen und bis zur Fertigstellung des Stadions je 1,5 Millionen im Jahr einstreichen.

Ab Montag wird die städtische Jury (mit drei Stadträten) die eingegangenen Beiträge sichten. Am 25. November wird die Öffentlichkeit informiert. Das Siegerprojekt wird im Juni 2016 bekanntgegeben.

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