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Stadt zerstört beliebte Bikestrecke am Zürichberg

Weil die Biker wilde Schanzen gebaut haben, hat die Stadt Zürich die Abfahrtsstrecke entschärft. Die Sportler sind entsetzt.

Die Stadt gibt vor, auf welchen Wegen Biker und Bikerinnen durch den Wald brettern sollen.
Die Stadt gibt vor, auf welchen Wegen Biker und Bikerinnen durch den Wald brettern sollen.
Esther Michel

Fast 25 Jahre lang war sie da, jetzt ist sie plötzlich weg: Die hindernisreiche Bikestrecke am Zürichberg. Die Stadt Zürich hat in den letzten Sommerwochen die Schanzen entfernt. Bagger pflügten den Weg um, und zeitweilig versperrten ihn grosse Baumstämme. Biker konnten die Strecke nicht mehr befahren.

Weg gesperrt – Baumstämme verhindern Abfahrten. (Bild: Facebook)
Weg gesperrt – Baumstämme verhindern Abfahrten. (Bild: Facebook)

Unter den Bikern und Bikerinnen hat das Vorgehen der Stadt grosses Unverständnis ausgelöst. Ihr Verein Züritrails mit gut 1000 Mitgliedern kritisiert die Aktion auf Facebook scharf: «Ende August hat Grün Stadt Zürich einen seit 25 Jahren bestehenden Trail am Zürichberg zerstört. Unseres Erachtens eine sinnlose und unsensible Aktion.»

Züritrails-Präsident Valentin Bamert sagt: «Der Charakter der Strecke ist nun verloren gegangen.» Sie war ein eingespielter Parcours mit verschiedenen Schanzen, über die geübte Biker springen konnten. Anfängerinnen hatten genügend Platz, um daneben durchzufahren.

Sprung im Wald: Da waren die Schanzen noch intakt. (Video: Youtube)

Für die Stadt hingegen ist klar, dass es sich bei den Schanzen um illegale Bauten handelte. Die Biker selbst hatten sie über Jahre hinweg gebaut. Man hatte sie zwar lange Zeit geduldet, nun aber entfernt. Verantwortlich dafür ist Grün Stadt Zürich unter der politischen Federführung von FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger. Reto Mohr von Grün Stadt Zürich sagt dazu: «Wir mussten aufgrund der unbewilligt erstellten Hindernisse intervenieren.»

Im Zürcher Wald sei das Mountainbiken gemäss dem kantonalen Waldgesetz nur auf befestigten Strassen und Wegen und auf der offiziellen Mountainbike-Infrastruktur erlaubt, sagt Mohr von Grün Stadt Zürich. Besonders störend sei in diesem Fall zudem gewesen, dass die Bautätigkeiten in einem Gebiet mit «Vorrang biologische Vielfalt» erfolgten.

Konflikte vorbeugen

Da diese Abfahrtsstrecke nun fehlt, ist es laut Insidern lediglich eine Frage der Zeit, bis abenteuerlustige Biker auf einem anderen Weg neue Schanzen bauen – und damit in Konflikt mit Spaziergängerinnen oder Joggern geraten. Von der Stadt heisst es, sie hoffe auf die Einsicht der Biker, dass sie dies mit Rücksicht auf die Natur unterlassen, denn illegale Biketrails führen zu starker Erosion und zu einer Schädigung der Waldflora.

Ob offizielle Strecke oder nicht: Gegen die Abfahrtsrouten von Bikern wehren sich immer wieder Leute. Zum Beispiel steckte ein Unbekannter im Frühling Armierungseisen in eine Strecke, die Biker benützen.

Stadt unterhält verschiedene Strecken

Im Fall der verschwundenen Zürichberg-Strecke fühlen sich die Biker und Bikerinnen von der Stadt schlecht informiert. Einige alteingesessene Mitglieder von Züritrails haben nun frustriert ihren Rücktritt angekündigt. Vereinspräsident Bamert betont jedoch auch, dass die Stadt einiges für die Biker unternehme. So unterhält sie verschiedene Abfahrtsstrecken auf städtischem Gebiet und den sogenannten Pumptrack auf dem Zürichberg, eine Rundstrecke, auf der man das Mountainbike-Fahren üben kann.

Nur für Geübte: der Pumptrack Züriberg. (Video: Youtube)

Ohne Zürichberg-Strecke stellt sich für die Biker nun die Frage, wie sie vom Pumptrack auf einem spannenden Weg zurück in die Stadt gelangen. Der Verein habe der Stadt gegenüber den Wunsch nach einer legalen Strecke formuliert, sagt Präsident Bamert. Die Stadt hat dieses Anliegen zur Kenntnis genommen. Sie sagt: «Im Mountainbike-Konzept der Stadt Zürich ist dieses Bedürfnis erfasst und wird auf seine Realisierbarkeit geprüft.»

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