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Stadt Zürich baut Deutschkurs-Angebot aus

Zürcher, die kein Deutsch sprechen, können Sprachkurse besuchen, die von der Stadt subventioniert werden. Noch fehlen aber genügend Anbieter.

Kursteilnehmer warten auf die Vergabe der Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme an einem Sprachkurs. Bild: Keystone
Kursteilnehmer warten auf die Vergabe der Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme an einem Sprachkurs. Bild: Keystone

Sie sind im erwerbsfähigen Alter, leben in Zürich und sprechen in ihrem Alltag weder Schweizerdeutsch noch Hochdeutsch. Die Stadt schätzt die Zahl dieser Bewohner auf 25'600 und mutmasst: «Vielen von ihnen dürfte es schwerfallen, sich im Kontakt mit Behörden sowie medizinischen und schulischen Einrichtungen sprachlich adäquat einbringen zu können oder sich am sozialen Leben in ihrem städtischen Umfeld zu beteiligen.» So steht es im Sprachförderkonzept, das eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus verschiedenen Departementen erarbeitet hat und das ab nächstem Februar umgesetzt werden soll. Ziel ist es, Neuzuzüger, die kein Deutsch sprechen, möglichst rasch zu erreichen und für Deutschkurse zu motivieren, um sie so besser zu integrieren.

Kurse auch für Neuzuzüger

Das Sprachförderkonzept umfasst im Wesentlichen vier Arten von Kursen. Zum einen bietet die Stadt herkömmliche Deutschkurse, in denen ein bestimmtes Sprachniveau von A1 bis B2 erreicht werden soll. Sie richten sich an Personen mit wenig Berufserfahrung respektive nicht erwerbstätige Frauen und Männer, die Kleinkinder betreuen müssen, sowie Schichtarbeiter, die nur tagsüber einen Kurs besuchen können.

Weiter gibt es zweisemest­rige Einstiegskurse in peripheren Stadtquartieren, wo wöchentlich fünf Lektionen an zwei Wochentagen angeboten werden. Aus­serdem bietet die Stadt Alpha­betisierungskurse an für Per­sonen, die die lateinische Schrift nicht beherrschen. Des Weiteren schreibt die Stadt jährlich einen Sprachförderkredit aus für niederschwellige Angebote wie ein Sprachtraining im Einkaufszentrum oder Aussprachelektionen mit Singen.

Im Rahmen des Sprachförderkonzepts werden jährlich 13'600 Lektionen von mehreren Anbietern durchgeführt. Das kostet fast 3,2 Millionen Franken, wobei die Stadt die Hälfte bezahlt. Die andere Hälfte kommt aus dem zweiten kantonalen Integrationsprogramm sowie den Beiträgen der Teilnehmenden. Bei jenen, die die Kursgebühr nicht bezahlen können, übernimmt die Stadt über die Kulturlegi die Kosten – so hat es der Gemeinderat im November beschlossen. Die Kurse waren im Parlament kaum umstritten, einzig die SVP stellte sich dagegen. Es sei nicht Auf­gabe der Stadt, solche Kurse zu ermöglichen.

Private nicht konkurrenzieren

Die Stadt hat die Kurse im Frühling öffentlich ausgeschrieben. Für fast alle hat sie Anbieter wie die Organisation zur Förderung sozialer und beruflicher Integration AOZ oder die Stiftung ECAP gewinnen können, wie aus der Ausschreibungsplattform Simap hervorgeht. Allerdings hat sie noch keinen Anbieter für die Einstiegskurse in Schwamendingen und Wiedikon/Albisrieden/Alt­stetten, sagt Nat Bächtold, Sprecher des Präsidialdepartements. Die entsprechenden Ausschreibungen mussten kürzlich abgebrochen werden, weil kein ge­eignetes Angebot eingegangen war. Geplant ist nun, die Kurse in Schwamendingen freihändig zu vergeben und in Altstetten neu auszuschreiben, so Bächtold. Falls das nicht gelingt, sollen die bestehenden Angebote verlängert werden, um das Angebot durchgängig anzubieten.

Etliche Kurse bietet die Stadt bereits heute an. Das Sprachförderkonzept besteht seit 2009, nun wurde es überarbeitet. Jährlich werden die Kurse von rund 2000 Personen besucht, 90 Prozent sind weiblich. Sie werden tagsüber angeboten und sind meist mit einem Betreuungs­angebot für Kinder verbunden. Zudem sollen die Kurse private Abendkurse nicht konkurrenzieren – sie sind ein ergänzendes Angebot für Zürcherinnen und Zürcher, die sich ein privates Angebot nicht leisten könnten.

Das neue Sprachförderkonzept gilt ab Februar 2019. Die Förderkredite des Gemeinderats laufen bis 2022.

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