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Überraschung mitten in der Zürcher Spital-Finanzkrise

Die Stadtspitäler sind zu teuer. Doch es geht in die richtige Richtung – das Triemli schreibt unerwartet Gewinn. Das Waidspital wiederum muss 70 Stellen abbauen.

Das Waidspital ist – finanziell gesehen – noch immer im Krankenbett: Besprechung von Spialangestellten.
Das Waidspital ist – finanziell gesehen – noch immer im Krankenbett: Besprechung von Spialangestellten.
Sabina Bobst

Das Stadtspital Waid und Triemli ist unverzichtbar für die Gesundheitsversorgung der städtischen Bevölkerung, teilte das städtische Gesundheits- und Umweltdepartement (GUD) heute Donnerstag mit: Waid und Triemli behandeln 35 Prozent aller stationären Patientinnen sowie über die Hälfte aller Notfälle in Zürich.

Nun präsentiert das GUD die neue Angebotsstrategie. Diese wurde nach diversen politischen Turbulenzen und Umbrüchen in der Spitallandschaft nötig. Die Strategie baut auf den bestehenden Stärken beider Spitäler auf. Das Stadtspital Waid und Triemli positioniert sich künftig mit klaren Angeboten als grosses Zentrumsspital an zwei Standorten zur umfassenden Versorgung der Bevölkerung in der Stadt und im Grossraum Zürich. Es deckt die gesamte Palette der medizinischen Grundversorgung mit 24-Stunden-Notfall und Intensivmedizin ab.

Jedem Spital seine Stärke

Dabei positioniert sich das Waid als «schweizweit führendes Spital in der Altersmedizin», wie es in der Mitteilung heisst. Es bietet das gesamte Spektrum von ambulanten Angeboten über die Versorgung geriatrischer Notfälle bis hin zur spezialisierten stationären Behandlung einschliesslich einer Geronto-Traumatologie und Orthopädie.

Dazu gehören auch die Diagnose und Behandlung von Nierenerkrankungen sowie Dialysen. Die Angebote für ältere Menschen sollen laufend laufend weiter ausgebaut werden.

Das Triemli profiliert sich in verschiedenen spezialisierten und hochspezialisierten Bereichen wie Tumormedizin, Herzmedizin, Frauenmedizin inklusive Geburtshilfe und Kindermedizin sowie Augenmedizin.

Weiter bauen beide Standorte das ambulante Angebot aus. Sie orientieren sich dabei an den veränderten Patientenbedürfnissen und setzen auf die Nähe zur Bevölkerung. Das Stadtspital Waid und Triemli stärkt die städtische Versorgungskette, indem es gemeinsam mit Partnern ein Rehabilitationsangebot schafft.

In den Top 10 der Schweiz

Das Triemli schliesst die Jahresrechnung 2018 besser als budgetiert ab. Es weist einen Gewinn von 1,4 Millionen Franken aus. Das Waid schreibt ein Defizit von 14,4 Millionen. Im aktuell herausfordernden Marktumfeld der Schweizer Spitallandschaft sei dies «eine erfreuliche Entwicklung».

Den ambulanten Bereich konnten beide Spitäler stark ausbauen: Gegenüber dem Vorjahr fanden insgesamt über 17'200 Konsultationen mehr statt. Mit über 33'000 stationären und rund 220'000 ambulanten Patientinnen und Patienten gehört das Stadtspital Waid und Triemli zu den Top 10 der Schweizer Spitäler.

Personal wird abgebaut

Dennoch bleibe die weitere Verbesserung der Wirtschaftlichkeit «eine zentrale Herausforderung». Beide Stadtspitäler sind an unterschiedlichen Stellen gefordert. Das Waid wird im laufenden Jahr seine Personalkosten auf eine «branchenübliche Höhe» reduzieren. Dies wird über natürliche Fluktuationen, restriktive Wiederbesetzung offener Stellen sowie stadtinterne Versetzungen erreicht. Entlassungen werden, wenn immer möglich, vermieden.

Trotz des guten operativen Resultats des Triemli belasten die hohen Anlagenutzungskosten die Rechnung und damit die Fallkosten «auf Jahre hinaus massiv». Gesucht werden «rasche Lösungen für eine nachhaltige Kostenreduktion». Damit rüstet sich das Stadtspital Waid und Triemli für die Sicherung der kantonalen Leistungsaufträge 2022.

Parteien: «Richtige Richtung»

Für die Angebotsstrategie gibt es von den Parteien recht viel Lob für Gesundheitsvorsteher Andres Hauri (GLP). Sie sei ein wichtiger Meilenstein auf einem langen und anspruchsvollen Weg, schreibt beispielsweise die FDP, welche Hauris Vorgängerin Claudia Nielsen (SP) stets stark kritisiert hatte.

Sorgen bereiten hingegen weiterhin die Finanzen. Auch wenn die Jahresabschlüsse in die richtige Richtung zeigen, bleiben «die Herausforderungen weiterhin gross», lautet der Grundtenor. Dies müsse man im Auge behalten.

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