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Zürich lockert Regeln für Sonntagsverkäufe

An viel benutzten ÖV-Haltestellen dürfen Shops in der Stadt künftig ohne Bewilligung auch am Sonntag öffnen.

Shops an hochfrequentierten Haltestellen dürfen ab sofort in der Stadt auch am Sonntag öffnen. Bild: Urs Jaudas
Shops an hochfrequentierten Haltestellen dürfen ab sofort in der Stadt auch am Sonntag öffnen. Bild: Urs Jaudas

Beinahe unbemerkt liberalisiert die Stadt Zürich die Ladenöffnungszeiten. Der Grund: Seit kurzem wendet Zürich erstmals neue Vorgaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) an. Das führt dazu, dass künftig an sogenannten «Terminals des öffentlichen Verkehrs» Shopbetreiber ohne Bewilligung oder Gesuch auch an Sonn- und Feiertagen öffnen dürfen. «Terminals des öffentlichen Verkehrs» sind grosse Anfangs- und Endstationen sowie Knotenpunkte des ÖV mit einer hohen Fahrgastfrequenz. Konkret müssen dort täglich im Durchschnitt mehr als 15'000 Personen ein- und aussteigen, berichtet «Lokalinfo».

Es gibt allerdings gewisse Bedingungen, welche die Shopbetreiber erfüllen müssen, wie Peter Maier, Leiter des Arbeitsinspektorats der Stadt Zürich, gegenüber der Zeitung sagt: «Damit der Betrieb als ‹Betrieb für Reisende› qualifiziert werden kann, muss er sich unmittelbar an einer solchen ZVV-Haltestelle befinden.» Zudem dürfe ein Laden maximal 200 Quadratmeter gross sein.

Gewerkschaft hat keine Freude

Einer der ersten Shops, die von dieser Neuerung profitieren, ist ein neuer Avec-Laden am frisch umgebauten Hardplatz. Der Laden direkt an der 31er-Bushaltestelle hat auch an Sonn- und Feiertagen zwischen 6 und 23 Uhr geöffnet. Früher bewilligte die Stadt solche Öffnungszeiten nur, wenn sich eine Tankstelle oder ein Bahnhof in der direkten Umgebung befand.

Wenig Freude am neuen Regime hat die Gewerkschaft Unia. «Die Stadt interpretiert das Gesetz auf dem Buckel der Angestellten», zitiert «Lokalinfo» Lorenz Keller, Co-Leiter der Unia Zürich-Schaffhausen. Er befürchtet, dass bald weitere Detaillisten an Sonn- und Feiertagen geöffnet haben. In diesem Punkt ist sich der Gewerkschafter mit Nicole Barandun, Präsidentin des Stadtzürcher Gewerbeverbands, einig. Auch sie erwartet, dass in Zukunft wohl mehr Detailhändler von den liberaleren Öffnungszeiten profitieren möchten.

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