Ärger beim Stadionbau: Stadt Zürich rügt die ZSC Lions

Zu viele Parkplätze geplant und ungenügende Verträge: Die Stadt klopft dem Eishockeyclub auf die Finger.

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Obwohl der Autoverkehr und die Parkplatzfrage bei jedem Bauprojekt in Zürich viel zu reden gibt, ist es bezüglich des ZSC-Stadion-Neubaus an der Vulkanstrasse erstaunlich ruhig geblieben. Nun zeigt ein Entscheid der Zürcher Bausektion, dass doch nicht alles so rund läuft. Das Gremium, in dem die Stadträte André Odermatt (SP), Richard Wolff (AL) und Filippo Leutenegger (FDP) sitzen, kritisiert im ­Bauentscheid vom 10. April die Bauherren der ZSC Lions Arena Immobilien AG. An Veranstaltungstagen werde laut Parkierungskonzept «die maximal zulässige Anzahl von 1050 Parkplätzen deutlich überschritten». Zudem erfüllten die Verträge mit Drittanbietern von Parkplätzen die Anforderungen des Gestaltungsplans nicht. Darin steht, dass die Matchbesucher 1 Franken für 30 Minuten bezahlen müssen.

Der ZSC plant 350 Parkplätze auf dem Stadionareal und mietet an Eventtagen 600 Plätze im 2 Kilometer entfernten Engrosmarkt und 300 im Coop-Zentrum Letzipark zu, der 2,5 Kilometer weit weg ist. Das sind 1250 Parkplätze, 200 zu viel.

Ein Missverständnis?

ZSC-CEO Peter Zahner ist nicht alarmiert durch die Rüge der Stadt. Er ging davon aus, dass an Eventtagen «mindestens» 1050 Parkplätze nachgewiesen werden müssten. «Deshalb haben wir Reserven eingeplant», sagt er. «Eine Punktlandung gibt es bei Parkplätzen nie.» Dass in den Gesuchen mehr Plätze aufgeführt sind, bedeute aber nicht, dass ab Spielbetrieb im Jahr 2022 tatsächlich 1250 Plätze angeboten werden. Es werden maximal 1050 Plätze sein, versichert Zahner. Gemäss dem städtischen Hochbaudepartement ist es in diesem Stadium des Bauprozesses nicht aussergewöhnlich, dass noch Details zu klären sind.

Laut Zahner werden die 350 Plätze in der Stadiongarage an Spieltagen nur beschränkt öffentlich zugänglich sein. Sie sind für den Eigengebrauch, die Partner und Sponsoren reserviert. Geplant ist, dass der Verein die Plätze im Engrosmarkt selber bewirtschaftet und eine Pauschale von etwa 10 Franken verlangt.

Problem bei Overtime

Der Engrosmarkt hat Erfahrung mit «Fremdparkierern». Er bietet sein Areal an während Grosskonzerten oder des «Weltklasse»-Meetings im Letzigrund. Die Ausgangslage mit dem ZSC ist aber neu: «Derart dicht getaktete Spiele sind eine grosse Herausforderung für uns», sagt Engrosmarkt-CEO Michael Raduner. Gar heikel könnte es werden, wenn der ZSC im Playoff ein paar Zusatzdrittel absolvieren muss. Im Markt läuft der Betrieb zwischen 23 und 8 Uhr, die «heisse Phase» mit den Gemüse-Einkäufern beginne um 1.30 Uhr. «Wenn das Spiel dann noch läuft, haben wir ein Problem», sagt Raduner. Dieses könnte man aber mit früheren Anspielzeiten abfedern. Die Parkfelder im Letzipark bewirtschaftet Coop selber und erhält vom ZSC eine Vergütung.

Erstellt: 17.04.2019, 21:16 Uhr

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