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Stadt Zürich sucht Mieter für 10’000-Franken-WG

Die Stadt hat ein denkmalgeschütztes Bauernhaus renoviert. Jetzt sucht sie nach Leuten, die die 13 Zimmer mit Leben füllen.

Das Innere des Hauses wird offen gestaltet: Blick in die Küche mit der hohen Decke. Bilder: Felder Architektur
Das Innere des Hauses wird offen gestaltet: Blick in die Küche mit der hohen Decke. Bilder: Felder Architektur

Es ist ein einzigartiger Vorgang, wenn die Stadt eine Wohnung für fast 10’000 Franken Miete im Monat ausschreibt. Und es ist ja auch keine einfache Wohnung, für die sie derzeit neue Mieterinnen und Mieter sucht, sondern ein komplettes Haus mit 13 Zimmern. Die Alte Trotte an der Nordstrasse in Wipkingen, ein Bau aus dem 16. Jahrhundert, das seit ein paar Monaten aufwendig instandgesetzt wird.

So untypisch wie das Objekt ist auch die Mieterschaft, nach der die Stadt in diesem Fall sucht: Es müssen mindestens 10 Personen sein, die sich das Haus als Wohngemeinschaft teilen und zu diesem Zweck einen Verein gründen. Denkbar wäre zum Beispiel eine Senioren-WG – auch angesichts des Alterszentrums, das gleich nebenan neu gebaut wird. Möglich sind aber auch ein Mehrgenerationenhaushalt oder ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Einzelpersonen.

So sah die Trotte vor dem Umbau aus.
So sah die Trotte vor dem Umbau aus.

Mit solchen Formen gemeinschaftlichen Wohnens experimentierten in jüngster Zeit vor allem neuere Genossenschaften wie die Kalkbreite oder Mehr als Wohnen. Für die Stadt ist das laut Kuno Gurtner, dem Sprecher von Liegenschaften Stadt Zürich, eher Neuland. Wobei: In der Trotte lebte schon vor dem Umbau eine WG. Diese Bewohner wären nach der Sanierung gerne zurückgekehrt, aber die Stadt beschied ihnen, dass sie das Haus nach dem Umbau neu ausschreiben werde und sie sich wieder wie andere Interessenten bewerben müssten.

Ändern wird sich gegenüber früher auch der verlangte Mietzins. Dieser sollte nach ursprünglichen Plänen 7330 Franken pro Monat betragen, ist nun aber auf 9425 Franken gestiegen – ohne Nebenkosten. Das liegt laut Gurtner daran, dass der Gebäudewert, der neben den Baukosten in die Berechnung der sogenannten Kostenmiete einfliesst, viel höher liegt als erwartet. Die kantonale Gebäudeversicherung schätzt das umgebaute Haus auf fast 2,2 Millionen Franken statt wie erwartet auf 1,4 Millionen. Zudem lagen die Baukosten eine Viertelmillion über den veranschlagten 3,5 Millionen Franken, weil der Zustand des Hauses schlechter war als erwartet.

Der Umbau ist derzeit noch im Gang, der Bezug ist auf Oktober geplant. Das Haus, laut den zuständigen Architekten zuvor «beengend und labyrinthisch», wird im Innern geöffnet. Unter anderem, indem Einbauten und Zwischenböden verschwinden. Im Erdgeschoss entstehen ein heller Gemeinschaftsraum und eine offene Küche mit einer Raumhöhe von dreieinhalb Metern. Im Kontrast dazu stehen die 12 Schlafräume unterschiedlicher Grösse, die als «introvertierte Kammern mit kleinen Fenstern» gestaltet sind. Hinzu kommen fünf Nasszellen, ein Schopf und ein Garten.

Der helle Gemeinschaftsraum befindet sich in einem Anbau neben der Küche.
Der helle Gemeinschaftsraum befindet sich in einem Anbau neben der Küche.

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