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Stadt Zürich will neue Velostrassen

Zusammen mit anderen Städten kämpft Zürich für neue Velostrassen. Der Bund hingegen zögert und zweifelt.

Während der Testphase: Als die Scheuchzerstrasse noch eine Velostrasse war.
Während der Testphase: Als die Scheuchzerstrasse noch eine Velostrasse war.
Urs Jaudas

Die Stadt Zürich hat kein Verständnis für den Bund. Das Eidgenössische Verkehrsdepartement ändert derzeit die Verkehrsregeln und Signalisationsvorschriften (SSV), aber nicht so, wie es die Stadtzürcher gerne hätten. Streitpunkt sind die Velostrassen: «Aus Sicht der Stadt Zürich ist nicht nachvollziehbar, dass Velostrassen im Rahmen der vorliegenden Revision keine Aufnahme in die SSV gefunden haben», schreibt die Stadt heute Dienstag in einer Mitteilung.

Zusammen mit den Städten Basel, Bern, Luzern und St. Gallen fordern sie den Bund auf, die Möglichkeit für Velostrassen zu schaffen. All diese Städte haben in den vergangenen Jahren an einem Velostrassen-Pilotprojekt des Bundesamtes für Strassen (Astra) teilgenommen. Und dieses hat bei den Städten einen guten Eindruck hinterlassen. «Die Pilotstädte erachten die Velostrassen als Mosaikstein in der Veloverkehrsförderung», heisst es in der Mitteilung weiter.

Etwas anders sieht es das Astra in seinem Abschlussbericht. Die ernüchternde Bilanz: Es gibt keine eindeutigen Erkenntnisse. So lägen weder klare Vor- noch Nachteile vor, es gebe nur Hinweise auf Nutzen und Nachteile. Mitunter sind die fehlenden Erkenntnisse auf die tiefen Fallzahlen und die kurze Laufzeit des Versuchs zurückzuführen.

Im Namen «Velostrasse» liegt eine grosse Portion Hoffnung für viele verkehrsgeplagte Velofahrerinnen und Velofahrer. Wer sich aber schon auf Strassen wähnt, die nur dem Radverkehr zur Verfügung stehen, wie sie es etwa in den Niederlanden gibt, der wird enttäuscht. Im Prinzip ging es im Test nur um die gezielte Aufhebung von Rechtsvortritten in Tempo-30-Zonen, die für alle Verkehrsteilnehmer gegolten haben. Diese Aufhebung hätte eine flüssigere und sichere Fahrt durch die Quartierstrasse ermöglichen sollen.

Bei der Befragung des Astras gab allerdings fast die Hälfte aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, das neue Regime nicht oder nur teilweise zu verstehen. Gemäss dem Schlussbericht sei dies darauf zurückzuführen, dass «während des Pilotversuchs (bewusst) wenig Informationen verfügbar waren».

Mehr Velos auf Teststrecke

In Zürich fanden die Tests vom Dezember 2016 bis September 2017 auf zwei Strassen statt: auf der Scheuchzerstrasse und auf der Achse Zelgli-/Affolternstrasse. «Es wurden auf beiden Teststrecken keine Hinweise gefunden, dass sich Velostrassen negativ auf die Verkehrssicherheit auswirken», schreibt die Stadt. Zudem konnten in der Scheuchzerstrasse während der Versuchsphase ein erhöhtes Veloaufkommen gemessen werden.

Das Astra will die Ergebnisse weiter mit Fachgremien und -verbänden diskutieren. Pro Velo Kanton Zürich reagierte auf die Forderung der Pilotstädte und begrüsst diese. Velostrassen seien seit Jahren ein wichtiges Mittel zur Förderung des Veloverkehrs. «Und genau eine solche konsequente Veloförderung haben die Stimmbürger verlangt, als sie im September 2018 deutlich dem Bundesbeschluss Velo zugestimmt haben.»

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