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Stadtpolizisten zünden Pyros im Letzigrund

Ein Video zeigt, wie Polizisten im Stadion genau das machen, was allen anderen verboten ist. Sprecher Michael Wirz erklärt Sinn und Zweck der Übung.

Heimlich gefilmt: Pyro-Übung der Stadtpolizei. Video: Leserreporter

Den heimlichen Filmern im Stadion Letzigrund stach die Ironie der Situation sofort ins Auge: Gut 30 Polizisten zünden in der Zürcher Südkurve verbotene Pyrotechnik und schiessen sie aufs Spielfeld. Eine weitere Szene zeigt Stadtpolizisten in Vollmontur, die als Fans verkleidete Polizisten vom Ausgang wegdrängen. Es wird geschubst und ins Gesicht gestossen. Wie ganz am Ende des Videos zu sehen ist, kommt dabei auch eine Pfefferspray-Attrappe aus nächster Nähe zum Einsatz.

«Ständiges Üben als Schlüssel zum Erfolg», schreibt die Stadtpolizei danach auf Twitter: «Heute haben wir bei Sonne und hohen Temperaturen ein realitätsnahes OD-Einsatztraining durchgeführt.» Die Fussballfan-Anwältin Manuela Schiller reagiert sofort und twittert besorgt: «Ich hoffe nicht, dass es Realität wird, bewaffnete OD-Kräfte in der Südkurve im Einsatz zu erleben.»

Die Sorge ist berechtigt: Im Stadion sorgt normalerweise die private Sicherheitsfirma Delta Security AG für Ruhe und Ordnung, nicht die Stadtpolizei. Stapo-Mediensprecher Michael Wirz beschwichtigt: «Im Stadion ist im Normalfall der Veranstalter für die Sicherheit zuständig – in ausserordentlichen Lagen aber die Polizei.» Dies müsse ab und zu trainiert werden.

Realitätsnah Stress simulieren

Mit dem Pyro-Werfen solle realitätsnah Stress simuliert werden. «Pyrotechnik wird immer wieder eingesetzt, darauf müssen wir uns vorbereiten», sagt Wirz. Die praxisbezogenen Trainings dienten aber auch der Sicherheit der Zuschauerinnen und Zuschauer bei Konzerten und anderen grösseren Veranstaltungen im Letzigrund.

Offen bleibt, warum die Stapo übt, Pyrotechnik auf ein leeres Spielfeld zu schiessen, wenn sie ohnehin nur in Extremfällen wie beispielsweise bei Anschlägen ins Stadion vordringen würde.

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