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Stadtrat schaute bei Nielsen zu lange weg

Die Zürcher Stadtspitäler sind ins Hintertreffen geraten, weil sie direkt von ihrer politischen Chefin abhängig sind.

«Es ist ein ehrgeiziges Vorhaben»: SP-Stadträtin Claudia Nielsen im Vidoe-Interview. Video: Tamedia Webvideo/pu

Der Stadtrat, angeführt von Corine Mauch (SP), macht einem seiner Mitglieder Dampf: Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen (SP) muss endlich etwas tun, um die Stadtspitäler aus ihrer finanziellen Schieflage zu bringen. Der Vorgang erinnert an ein Ereignis, das ein Jahr zurückliegt. Damals übte der Stadtrat Druck auf sein Mitglied Richard Wolff (AL) aus, endlich das Dossier Koch-Areal abzugeben. Der Sicherheitsvorsteher war befangen, weil seine Söhne im besetzten Areal verkehrten. Stadtpräsidentin Corine Mauch kritisierte Wolff damals öffentlich.

Gestern, als es um die Versäumnisse ihrer Parteigenossin Nielsen ging, hielt sich Mauch mit Kollegenschelte zurück. Dabei wiegen die Fehler der Gesundheitsvorsteherin um ein Vielfaches schwerer. Hier geht es nicht um ein Areal, aus dem gelegentlich Lärm dringt, der ein paar Nachbarn stört. Hier geht es um die Gesundheitsversorgung von 400'000 Menschen. Seit Nielsen im Amt ist, also seit bald acht Jahren, ist die Neuausrichtung der Stadtspitäler ein Thema. Die neue Finanzierung über Fallpauschalen zwingt alle Spitäler, haushälterischer mit dem Geld umzugehen. Das heisst, zu überlegen, welche medizinischen Angebote nötig und welche Investitionen sinnvoll sind. Wo man durch Kooperation sparen und vielleicht erst noch die Qualität steigern kann.

Stadtspitäler im Hintertreffen

Andere Spitäler haben diese Anpassungen längst in Angriff genommen. Die Stadtspitäler sind ins ­Hintertreffen geraten, weil sie als Dienstabteilungen direkt von ihrer politischen Chefin abhängig sind. Und diese – Claudia Nielsen – dreht sich seit Jahren im Kreis. Etliche Fachleute haben schon an einer Spitalstrategie gearbeitet, doch die Gesundheitsvorsteherin warf die Papiere immer wieder in den Kübel – und stauchte ihre Leute zusammen. Mit der Folge, dass viele kündigten. Und die nächsten wieder von vorn begannen.

«Es ist ein unglaublich wichtiges Geschäft», sagte Stadtpräsidentin Mauch gestern im Interview mit SRF. Offenbar hat sie das erst jetzt gemerkt. Sonst hätte sie ihrer Parteikollegin schon früher Beine gemacht oder nahegelegt, das Departement zu wechseln.

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