Stilikone auf Schienen

Heute Abend wird im Zürcher Museum für Gestaltung eine Schau zum liebsten Designladen der Schweiz eröffnet: der SBB. Ein Augenschein im Video.

Das gibt es in der Ausstellung zu entdecken. Video: Keystone

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Mit Originalobjekten, Fotografien, Plakaten, Video- und Klanginstallationen dokumentiert der Kurator Andres Janser im Museum für Gestaltung die Designgeschichte der SBB seit ihren Anfängen im Jahr 1902. Den grossen Museumsraum an der Ausstellungsstrasse in Zürich hat er in eine Bahnhofshalle verwandeln lassen. Inmitten der zahlreichen Exponate dreht eine Modelleisenbahn ihre Runden. Holzschienen laden die Besucherinnen und Besucher dazu ein, eine eigene Bahnstrecke zu bauen. Das Publikum kann sich aber auch auf alte Zugsitze niederlassen und diese mit neuesten Entwürfen vergleichen.

Ein Unternehmen, das dem ganzen Land gehört: Dies verkörpert Hans Hartmanns Firmensignet mit Schweizer Kreuz. Josef-Müller-Brockmann kombinierte dieses Signet mit blauen Tafeln zu Bahnhof-Ortsschildern und mit dem Firmenkürzel zum Logo. Sein Informationssystem ermöglicht es bis heute, die wachsenden Passagierströme zu lenken, wie das Museum für Gestaltung schreibt.

Plakate von den besten Gestaltern des Landes

Auch bei der Plakatwerbung setzten die SBB in den ersten Jahrzehnten auf bedeutende Gestalter wie Emil Cardinaux, Hans Erni oder Herbert Leupi. Ab den 1950er-Jahren schmiedete der Textchef Werner Belmont ebenso eingängige wie langlebige Verse. Visuell umgesetzt wurden sie von Hans Thöni («Der Kluge reist im Zuge») oder Mark Zeugin («Gute Idee SBB»). Mit dem Aufkommen des Marketings in den 1980er-Jahren prägten und prägen mehrjährige Kampagnen von Agenturen wie GGK oder Jung von Matt den Auftritt der SBB.

Weitere Stichworte der Ausstellung sind das Viadukt von Rochettaz von 1902, Otto und Heinrich Pfisters Leichtstahlwagen 3. Klasse von 1937, Hans Hilfikers Bahnhofuhr mit der roten Sekundenkelle von 1944, die Zugführer-Dienstbekleidung von 1985 und der 1990 von Arnold Amsler oder der von Santiago Calatrava und Werner Rüeger entworfene Bahnhof Stadelhofen in Zürich und das markante Basler Stellwerk, das nach Plänen von Herzog & de Meron gebaut wurde.


Ausstellung «SBB CFF FFS» im Museum für Gestaltung an der Ausstellungsstrasse in Zürich. Die Schau dauert vom 3. August 2019 bis 5. Januar 2020. (hub/sda)

Erstellt: 02.08.2019, 15:14 Uhr

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