Student bringt Claudio Zanetti aus der Fassung
Auf einem Podium legte sich der SVP-Nationalrat mit Gymischülern an. Der Politiker fühlt sich missverstanden.

Berührungsängste sind Claudio Zanetti fremd. Kaum ein SVP-Politiker ist auf Social Media aktiver (38'100 Tweets), kaum einer besucht mehr Veranstaltungen. «Ich mag den intellektuellen Schlagabtausch», sagt der 48-Jährige. Dass der Anwärter auf das Zürcher SVP-Parteipräsidium mit seinen politischen Gegnern hart ins Gericht geht, gehört zu seinem Image als rechter Rebell. Wo Zanetti ist, da fliegen die Fetzen.
Die damit geschürte Aufmerksamkeit erhält er nicht kostenlos. Ein Provokateur wie Zanetti muss auch einstecken können – das liegt in der Natur der Sache. Heftige Gegenwehr erfuhr er zuletzt an einem Ort, wo es nicht unbedingt zu erwarten ist: An einer Schülerveranstaltung. Vor gut zwei Wochen reiste Zanetti guten Mutes an eine Podiumsdiskussion der Kantonsschule Enge. Das Thema: Die Durchsetzungsinitiative. Sein Kontrahent: Janos Ammann, ein 22-jähriger Student. Ein vermeintlich einfaches Territorium für den wortreichen Politiker. «Solche Veranstaltungen besuche ich sehr gerne. Ich habe den Plausch an Jugendlichen», sagt Zanetti.

