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Studenten demonstrieren gegen IWF-Chefin

IWF-Chefin Christine Lagarde hat gestern eine Rede an der Universität Zürich gehalten. Studenten und Linksaktivisten wehrten sich dagegen, dass «neoliberalen Akteuren» eine Plattform geboten werde.

Stemmen sich gegen Auftritte bekannter Persönlichkeiten aus der Wirtschaft: Demonstranten gegen den Lagarde-Besuch an der Universität Zürich. (7. Mai 2012)
Stemmen sich gegen Auftritte bekannter Persönlichkeiten aus der Wirtschaft: Demonstranten gegen den Lagarde-Besuch an der Universität Zürich. (7. Mai 2012)
Johannes Dietschi/Newspictures

Rund 100 Studierende und Linksaktivisten haben gestern gegen einen Auftritt von IWF-Chefin Christine Lagarde an der Universität Zürich demonstriert. Lagarde konnte ihre Rede zum Thema «Geteilter Wohlstand in einer globalisierten Welt» aber wie geplant halten. (Hier zum Text der Rede)

Wie ein Sprecher der Universität Zürich sagte, waren auch einzelne Vermummte unter den Demonstranten. Die Stimmung sei aggressiv gewesen. Die Polizei, die vorsorglich mit einem Aufgebot ausrückte, musste aber nicht einschreiten.

«Uni von unten» rief zur Demonstration

Zur Demonstration aufgerufen hatte die Gruppierung «Uni von unten». Sie kritisiert, dass die Uni Zürich «immer wieder neoliberalen Akteuren ermöglicht, ihr Handeln in ein gutes Licht zu rücken». Auch ein früherer Auftritt von Nestlé-Chef Peter Brabeck wurde von Protesten begleitet. Ein Vortrag von Novartis-Chef Daniel Vasella im Jahr 2009 wurde aus Sicherheitsgründen sogar abgesagt.

Schrittweise Reduzierung von Etatdefiziten Lagarde nahm in ihrer Rede implizit Bezug auf die aktuellen politischen Entwicklungen in Europa: Verschuldete Staaten in Europa und anderswo sollen ihre Haushaltsdefizite lediglich schrittweise reduzieren, sagte sie. Zu harte Einschnitte würden in vielen Fällen die Wirtschaft bremsen, vor allem wenn sie bereits an geringem Wachstum leide, sagte Lagarde bei ihrer Ansprache. Die IWF-Chefin benannte zwar keine Staaten – ihre Rede kam aber einen Tag, nachdem Wähler in Griechenland und Frankreich mit ihren Voten die Sparkurse in ihren Ländern infrage gestellt hatten.

SDA/rbi

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