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Studenten protestieren mit Graffiti

Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) lässt Sprayereien überstreichen. Studenten kritisieren die Schulleitung wegen Zensur.

Smileys, Kreise, Gitter: Die Sprayereien in der ZHDK sind ein Protestakt. Wogegen, ist derzeit noch unklar.
Smileys, Kreise, Gitter: Die Sprayereien in der ZHDK sind ein Protestakt. Wogegen, ist derzeit noch unklar.
Gabriel Rosenthal
Viele der Graffiti wirken unfertig - ob ihre Urheber sie noch fertig stellen werden?
Viele der Graffiti wirken unfertig - ob ihre Urheber sie noch fertig stellen werden?
Gabriel Rosenthal
Bevor die Schulleitung Maler vorbeischicken konnte, haben am Mittwochmorgen Unbekannte die Graffiti mit weisser Farbe übermalt.
Bevor die Schulleitung Maler vorbeischicken konnte, haben am Mittwochmorgen Unbekannte die Graffiti mit weisser Farbe übermalt.
ZHdK
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Die Geschichte der Sprayereien an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) macht derzeit die Runde. Das Portal tsri.ch berichtete über die «Eskalation an der ZHdK» und zeigte Bilder aus dem 7. Stock des Toni-Areals, wo die Ateliers des Studiengangs «Kunst und Medien» liegen.

Unbekannte haben dort die weissen Wände und grauen Böden mit farbigen Mustern und Schriftzügen versprayt. Wie immer bei Graffiti gehen die Meinungen über die Qualität auseinander. «Endlich wurde das Toni zum Leben erweckt!», schreibt ein Kommentator im Netz. Ein anderer spöttelt: «Jesses, jemand soll den armen ZHdKlern unbedingt einen Crashkurs in Sachen Sprayen geben!».

Die Schulleitung kritisiert die «Farbinterventionen» scharf. Sie spricht in einem E-Mail an alle ZhdK-Angehörigen von Vandalismus. Insbesondere im 7. Stock habe das Ausmass der Sprayereien das «akzeptable Mass» überschritten. Bis zur Eröffnung der Diplomausstellung von morgen Donnerstag würden alle öffentlichen Räume und Gänge gesäubert und neu gestrichen. Zudem werde eine Bewachung organisiert.

Umstrittene Neustrukturierung

An der Diplomausstellung, die vom 10. Bis 19. Juni stattfindet, zeigen rund 200 Bachelor- und Master-Studierende ihre Abschlussarbeiten. Während dieser Zeit hat die Schulleitung ein Moratorium für Interventionen am Gebäude ausgesprochen. Zudem behält sie sich Disziplinar- und allfällige weitere Massnahmen vor.

Offenbar handelt es sich bei den bemalten Wänden um eine Protestaktion. Wogegen, ist derzeit noch unklar. Schon seit dem Bezug 2014 kritisieren einige Studenten das Innere des Toni-Areals als steril. Im April veröffentlichte eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Kunsthochschule und Studenten ein Konzept zur Gestaltung des Gebäudes. Ein Reglement hält die Flächen fest, die bespielt werden dürfen.

Laut dem «Landboten» informierte die Schulleitung aber erst über die Zonen, nachdem sie die Wandzeitung eines Studenten entfernt hatte, weil sie sich diese in einer der gesperrten Zonen befand. Der Student hatte in seiner Arbeit die umstrittene Umstrukturierung des Studiengangs «Kunst und Medien» thematisiert. Wohl auch deshalb sprach der Studierendenrat der ZHdK (SturZ) auf seiner Website von «Mühen der ZHdK mit Selbstkritik (aka Zensur)».

Noch bevor die Schulleitung Maler in den 7. Stock schickte, haben Unbekannte die Wände im 7. Stock mit weisser Farbe übermalt. Die Graffiti darunter schimmern nur noch zart durch.

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