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Susi Gut kehrt als Susi Schildknecht zurück

Die schillernde ehemalige Zürcher Stadtpolitikerin Susi Gut wagt ihr politisches Comeback. Ein Kunststück gelang ihr bereits.

Susi Schildknecht-Gut, damals noch Gemeinderätin, gibt 2006 ihren Austritt aus der SVP bekannt.
Susi Schildknecht-Gut, damals noch Gemeinderätin, gibt 2006 ihren Austritt aus der SVP bekannt.
Sabina Bobst

Es war für lange Zeit der letzte grosse öffentliche Auftritt. Ein Hauch Royales haftete dem Artikel in der «Weltwoche» vom 28. April 2011 an. «Susi vs Kate» war die Seite getitelt, Susi Gut strahlte auf dem Foto neben René Schildknecht, den sie soeben in Las Vegas geheiratet hatte. «Die Briten haben Kate», schrieb die «Weltwoche» in den Untertitel, «wir haben Susi.» Kate Middleton und Prinz William, Zufall, heirateten am gleichen Tag. Fortan unterschrieb die ehemalige Zürcher Gemeinderätin Susi Gut ihre Leserbriefe mit Susi Schildknecht-Gut, Jonen AG.

Hochzeit in Las Vegas: Susi Gut und René Schildknecht 2011. Foto: Privat
Hochzeit in Las Vegas: Susi Gut und René Schildknecht 2011. Foto: Privat

Acht Jahre nach ihrer Hochzeit kehrt Susi Schildknecht-Gut auf die politische Bühne zurück. Im Aargau, wohin sie nach ihrer Abwahl aus dem Zürcher Gemeinderat zog. Sie ist Teil des Teams 65+, einer Aargauer Seniorenliste für die Nationalratswahlen vom 20. Oktober. Der bekannteste Name auf dieser Liste: Maximilian Reimann, der jahrzehntelang für die SVP im National- und Ständerat politisierte. Wie Susi Schildknecht-Gut das Kunststück schaffte, auf die Liste 65+ zu gelangen, ist nicht bekannt: Sie wurde im Januar 58 Jahre alt.

Susi Gut bleibt Susi Gut

Bis zu ihrem Abschied aus dem Gemeinderat 2010 – ihre Partei für Zürich (PFZ) scheiterte damals mit 4,5 Prozent an der 5-Prozent-Hürde und sie gleichzeitig als Herausforderin für das Stadtpräsidium – war Susi Gut ein sicherer Wert in der Stadtzürcher Politik. Löwenmähne, markante Stimme, markige Zitate, Videoauftritte im Aerobicdress. Ihre Bekanntheit halte bis heute an, erzählt sie am Telefon. Dort meldet sie sich mit Schildknecht, als Susi Schildknecht stelle sie sich immer auch vor. Die Standardantwort in Zürich darauf: «Grüezi, Frau Gut.»

Susi Gut war ein sicherer Wert in der Stadtpolitik: Löwenmähne, markante Stimme, markige Zitate, Videoauftritte im Aerobicdress.

2006 überwarf sich Susi Gut mit ihrer früheren Partei, der SVP, und gründete die Partei für Zürich, die rechts von der SVP politisierte. Gemeinsam mit Markus Schwyn sass Gut noch vier Jahre im Stadtparlament, 2010 entschied sie sich, gegen die amtierende Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) anzutreten. Die PFZ, nach den Wahlen ohne politisches Mandat, entschied sich gegen die Auflösung – auf der Website www.pfz.ch wird man heute auf Briefmarken und Kreissägeblätter weitergeleitet.

«Das regt mich auf!»

Nun plant Susi Schildknecht-Gut also ihr politisches Comeback. Sie sei auch nach dem Ausscheiden aus dem Stadtparlament ein politischer Mensch geblieben, sagt sie. In den letzten Jahren habe sie gemerkt, dass sie der Umgang von Politik und Gesellschaft mit dem älteren Teil der Bevölkerung «aufregt»: «Als 80-Jähriger muss man langsam ein schlechtes Gewissen haben, dass man noch lebt», sagt Schildknecht-Gut, die als Aktivierungstherapeutin in einem Altersheim arbeitet.

Mit ihrer Kandidatur wolle sie in erster Linie ein Zeichen setzen: dafür, dass jemand die Interessen der Seniorinnen und Senioren wahrnehme und sich dafür einsetze. Die inzwischen Parteilose rechnet sich «eher kleine» Chancen aus.

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