Swissmill-Silo in Grün statt in Grau

Eine Guerilla-Aktion liess den 118-Meter-Turm in tropischen Farben erstrahlen. Ohne Wissen der Besitzer.

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Einen Abend lang fühlten sich die Anwohner im Kreis 5 wie in den Tropen. Am vergangenen Samstag leuchtete das Getreidesilo des Kornhauses in tropischen Farben und Formen. Lianen, Palmen und Tukane zierten die Wipkinger-Seite des 118-Meter-Turms.

Eine Erlaubnis dafür gab es von den Besitzern nicht. «Wir sind nicht in Kenntnis einer effektiven Lichtprojektion an das Kornhaus am vergangenen Samstag», schreibt Swissmill-CEO Romeo Sciaranetti.

Die Hässlichkeit in was Schönes verwandeln

Ursprung der Bilder ist das Künstlerkollektiv Projektil. Die Idee hatten die Künstler schon lange. «Wir wollten 118 Meter Hässlichkeit im Namen der Kunst in etwas Schönes verwandeln – in diesem Fall ins Paradies», sagt Roman Beranek von Projektil. Das Kollektiv hat bereits auf sich aufmerksam gemacht, als es das Opernhaus oder das Bundeshaus beleuchtete.

Für das Lichtspektakel brauchte es nicht viel. Technisch waren es drei 6000-Ansi-Lumen-Projektoren, die an einen Medienserver angeschlossen waren. Der Turm sei praktisch zum Projizieren, da er fast kein Restlicht auf der Fassade habe. Darum funktioniert es bereits mit schwachen Projektoren, sagt Beranek weiter. Ob es weitere solche Aktionen geben werde, stehe in den Sternen.

Das Silo wurde bereits einmal als Leinwand gebraucht. Ende 2015 gab es eine Aktion der Stiftung Frauenhaus Zürich. Dabei wurden zwei Stunden lang grossflächige und teilweise farbige Schriftzüge auf die Fassade projiziert mit Statements wie «Stopp häusliche Gewalt – schau nicht weg».

Erstellt: 02.09.2016, 14:53 Uhr

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