Tausende wollen Gratis-Badis

Wer in einer Zürcher Badi schwimmen gehen will, soll keinen Eintritt zahlen. Eine Volksinitiative wurde eingereicht.

Soll gratis werden: Der Sprung ins Wasser in der Badi Enge.

Soll gratis werden: Der Sprung ins Wasser in der Badi Enge. Bild: Sabina Bobst

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Am kommenden Sonntag endet die Badi-Saison in der Stadt Zürich. Es war eine der erfolgreichsten aller Zeiten. Über eineinhalb Millionen Besucher zählten die Stadtzürcher Badeanstalten – und viele davon mussten für die Abkühlung in einer der städtischen Badis Eintritt bezahlen.

Die Partei der Arbeit (PDA) will dies nun ändern. Die Zürcher Kommunisten haben den Sommer dazu genutzt, für ihre «Sportstadt Zürich»-Initiative die notwendigen 3000 Unterschriften zu sammeln. Die Forderung lautet: Gratis-Badi für alle und überall in der Stadt Zürich.

Volksinitiative eingereicht

Die Sammelaktion war gemäss PDA ein Erfolg. 4000 Zürcherinnen und Zürcher hätten die städtische Volksinitiative unterzeichnet, schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Heute Dienstag seien die Unterschriften zur Prüfung bei der Stadtkanzlei eingereicht worden.

Beim Unterschriftensammeln hätten sich die Menschen über die hohen Eintrittspreise «empört» gezeigt, schreibt die PDA. «Das überraschte uns nicht. Besonders für Menschen mit kleinem Portemonnaie gibt es in der Stadt nicht unbegrenzt Möglichkeiten, Sport zu machen», sagt PDA-Mitglied Tarek Idri. Ein Eintritt in ein Hallen- oder Freibad kostet derzeit bis zu 8 Franken. Gratis sind nur die Flussbäder Au-Höngg, Schanzengraben, Oberer und Unterer Letten sowie die Seebadi Katzensee.

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Die Badi ist den Kommunisten aber nicht genug. Die Volksinitiative sieht vor, dass die Eintritte für alle städtischen Sportanlagen wegfallen sollen. Und neben Einzelpersonen würden auch Sportvereine profitieren. Beispielsweise Fussballclubs, die weniger als 100'000 Franken einnehmen, müssten der Stadt keine Miete mehr für Sportplätze bezahlen.

Die Stadt könne ein Gratis-Angebot finanziell verkraften, so die PDA: «Sie hat letztes Jahr einen Gewinn von 288 Millionen Franken gemacht.» Oder wie der linke Zürcher Anwalt Marcel Bosonnet bei der Lancierung der Initiative vorgerechnet hat: «Das Budget der Stadt würde durch unsere Initiative um 0,2 Prozent belastet», sagte er. «Das sollte die Gesundheit unserer Bevölkerung wert sein.» 0,2 Prozent des städtischen Budgets entsprechen aktuell rund 17,5 Millionen Franken.

Drei weitere Badi-Forderungen

Die PDA ist aber nicht die einzige linke Partei in der Stadt, welche Badi-Politik betreibt. Die SP möchte zwischen dem Dynamo und dem Flussbad Oberer Letten den Steg und die Zahl der Liegeplätze erhöhen und reichte deshalb bereits 2016 einen Vorstoss im Gemeinderat ein.

Den jungen Grünen wurde es schliesslich während der heissen Tage im vergangenen Juni zu eng in den Gratis-Flussbädern: Sie fordern deshalb einen «dritten Letten» – nur wo der hinsoll, wissen sie noch nicht.

Bilder: Der Badi-Sommer 2017

Und was die Jungen können, kann auch die Mutterpartei. Die Grünen lancierten im August eine Petition. Sie fordern darin den Stadtrat auf, die Letzibadi von Mitte September bis Mitte Mai als Stadtpark zu öffnen. (sip)

Erstellt: 12.09.2017, 10:48 Uhr

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