Diese Teams wollen das neue Fussballstadion bauen

Fünf Gruppen beteiligen sich am städtischen Wettbewerb für die neue FCZ- und GC-Arena. Mit dabei sind bekannte Architekten.

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Sechs Bieterteams hatte sich Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) gewünscht. Immerhin fünf haben ein Projekt eingereicht, wie die Stadt Zürich am Mittwoch mitgeteilt hat. Sie alle mussten etwa einen Generalunternehmer, Investoren, Architekten, Ingenieure und eine Baugenossenschaft nennen. Der Auftrag: Ein Fussballstadion mit 16'000 Sitzplätzen bauen, plus 175 gemeinnützige Wohnungen, ein Investorenprojekt, und das alles auf dem Hardturmareal.

Die Stadt, welche das Land der Credit Suisse für günstige 50 Millionen Franken abgekauft hat, stellt das Areal zur Verfügung und verlangt einen Baurechtszins. Wie hoch dieser sein wird, ist noch nicht bekannt. Je nach Höhe wird es eine Volksabstimmung geben.

Hotz, Pool, Caruso St John, Burkard Meyer...

Unter den fünf Teams, welche um die Gunst der Preisjury buhlen, die im Juni 2016 den Sieger bekanntgibt, sind bekannte Namen:

  • Team 1: Realisator ist der Schweizer Ableger der BAM Group, einer erfahrenen niederländischen Stadionbauerin (Stuttgart, Hannover, Mainz), zusammen mit der Hardturm AG. Die Architekten sind Burkard Meyer aus Baden. Sie hatten das Siegerprojekt entworfen, welches das Volk im Rahmen der 216-Millionen-Abstimmung im September 2013 abgelehnt hat. Bringen sie es nochmals? Adrian Meyer «will die Tugenden dieses Projekts nicht aufgeben», wie er sagt. «Aber das Weiterdenken lassen wir uns nicht verbieten.» Hauptinvestor ist die PSP Swiss Property AG, Nebeninvestorin die Hardturm AG. Letzterer gehörte das Land, bevor sie es der CS verkaufte. Als gemeinnütziger Wohnbauträger ist die Kraftwerk1 Bau- und Wohngenossenschaft dabei, welche auf dem Nachbarareal ihre erste Liegenschaft gebaut hat.
  • Team 2: Hier ist ebenfalls ein erfahrener Zusammenschluss von Stadionspezialisten am Werk. Die HRS Real Estate AG hat die Fussballarena in Thun gebaut und jene in Aarau projektiert. Die Frauenfelder Fima figuriert als Nebeninvestor und Realisator. Investor ist die Swisscanto Anlagestiftung, vertreten durch die Zürcher Kantonalbank. In Thun waren Pool Architekten mit von der Partie, die diesmal ebenfalls dabei sind. Sie haben auch für den Hardturm 2012 ein Projekt gemacht. Die Erfahrungen werden sie einbringen, aber eine neue Arena projektieren. Architekt Andreas Sonderegger: «Wir beginnen immer mit einem weissen Blatt.» Auffallend: Caruso St John Architects sind Teammitglieder. Sie haben das neue ZSC-Lions-Stadion in Zürich-Altstetten entworfen. Auch dabei: die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ).
  • Team 3: Die Losinger Marazzi AG hat die beiden grössten Schweizer Fussballstadien gebaut: in Basel und Bern. Nun wollen sie auch den Zürchern zeigen, wie es geht. Das Geld kommt von den Anlagestiftungen Turidomus und Adimora sowie von der Basler Versicherung. Von Architektenseite zeichnet etwa die dänische BIG Group. Auch dabei: die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft (GBMZ).
  • Team 4: Angeführt von der Mettler2Invest AG wird sich nun die Theo Hotz Partner AG Gedanken machen zum Stadion. Als der bekannte und nunmehr 87-jährige Architekt Theo Hotz noch aktiv war, hatte das Büro Ende der 1990er Jahre für den Hardturm ein Multiplexstadion mit Leichtathletikbahn projektiert, das damals noch Thema war. Auch für den Letzigrund hatte sich Hotz interessiert, erreichte aber nur Platz 2 des Wettbewerbs. «Nun fangen wir aber wieder bei Null an», sagt Peter Berger, einer der drei Partner des Architekturbüros. Investorin ist die Helvetia Versicherung. Die Baugenossenschaft Freiblick ist als «Gemeinnütziger» vorgesehen (Architekten: burkalter sumi).
  • Team 5: Unter der Führung der Basler Projektmanager von Stokar + Partner sowie der Caretta Weidmann AG hat sich das Konsortium mit Immo Helvetic, Berninvest AG und Immo Invest Partner AG engagiert, das Geld einzuschiessen. Architekten sind Huggenbergerfries (Limmat Tower in Dietikon), Schwaar + Partner (Postfinance Eishockeyarena in Bern) sowie Maier Hess, welche 2012 bereits ein Projekt für den Hardturm entworfen hatten. Die Baugenossenschaft Zurlinden ist die Partnerin für den gemeinnützigen Wohnungsbau.
  • Ein Team ist abgesprungen

    Dem Vernehmen nach ist ein Team im allerletzten Moment ausgestiegen, weil sich der Hauptinvestor zurückgezogen hat. Es handelt sich um die Steiner AG, welche renommierte Partner an Bord hatte. Anfragen beim Bauunternehmen blieben unbeantwortet.

    Auch wenn es nicht wie gewünscht sechs waren, zeigte sich Stadtrat Leupi auf Anfrage zufrieden mit den fünf Eingängen für den Investorenwettbewerb. «Es haben sich hochqualifizierte Teams gemeldet», sagte er. Angaben über den angebotenen Baurechtzins kann Leupi noch keine machen. Dessen Höhe wird aber ein wichtiger Bestandteil des Auswahlverfahrens sein.

    Leupi zu den umstrittenen Forderungen der Clubs

    Im Vorfeld der Wettbewerbseingabe hatte ein Forderungspapier der beiden Clubs FCZ und GC für Aufsehen erregt. So verlangen die beiden Vereine, für die das Stadion gebaut wird, je einen «Betriebskostenzuschuss» von jährlich 1,5 Millionen Franken, bis die Arena steht. Angesichts der etwa sechs Jahre bis zum ersten Anpfiff müsste ein Investor also 18 Millionen zuhanden der Clubs aufbringen.

    Stadtrat Leupi betont, dass der Forderungskatalog «nicht Bestand der Auflagen der Stadt» ist. Zwar seien die beiden Vereine wichtige Akteure in der Stadionfrage, so der Finanzvorsteher. Dass die Investoren den Clubs das geforderte Geld zusichern, sei aber aus Sicht der Stadt keine zwingende Bedingung.

    Erstellt: 25.11.2015, 18:29 Uhr

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