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Tod von Celtic-Frost-Bassist: Trauer bei den Bandkollegen

Er war ein bedeutender Musiker und Zürcher Clubbetreiber: Martin Stricker. Redaktion Tamedia hat mit jenen gesprochen, die mit ihm Musik gemacht haben.

TA 29.05.2006 : Wil, Schweizer Rockgruppe 'Celtic Frost', Thomas Gebriel Fischer (rechts), Franco Sesa (links), Martin Eric Ain (mitte),Bildtext: KULTUR - CELTIC FROST
TA 29.05.2006 : Wil, Schweizer Rockgruppe 'Celtic Frost', Thomas Gebriel Fischer (rechts), Franco Sesa (links), Martin Eric Ain (mitte),Bildtext: KULTUR - CELTIC FROST
Auch als Trio erfolgreich unterwegs: Stricker (rechts) war der Bassist von Celtic Frost.
Auch als Trio erfolgreich unterwegs: Stricker (rechts) war der Bassist von Celtic Frost.
Jozo Palkovits (AP, Century Media Records)
«An meinen liebsten Freund»: Fans nehmen auf Social Media mit Tweets und Nachrichten Abschied vom bekannten Musiker.
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Tausende Botschaften aus aller Welt treffen zurzeit bei Tom Fischer ein. Sie alle betrauern den Tod von Martin Stricker, international bekannt unter dem Künstlernamen Martin Eric Ain, Bassist der Metal-Band Celtic Frost. Er starb am Samstag in Zürich an einem Herzinfarkt, 50-jährig.

Celtic Frost auf den Bühnen der Welt

(Quelle: youtube.com)

Tom Fischer war der Sänger der Band Celtic Frost. Er sagt: «Martins Tod trifft mich extrem. Er hat einen gigantischen Teil meines Lebens geprägt.» 35 Jahre lang waren die beiden verbunden. 1984 gründeten sie im Zürcher Unterland die Band Celtic Frost. Sie füllten weltweit Konzertsäle, spielten als Hauptband an den wichtigsten Metal-Festivals und prägten mit ihrer Musik Bands, die Weltruhm erlangten, darunter Sepultura, Metallica und Nirvana. Eine Anekdote besagt, dass der verstorbene Nirvana-Sänger Curt Cobain im Tourbus stets eine Kassette hörte: Auf der einen Seite waren Lieder von Abba, auf der anderen von Celtic Frost.

Für Fischer war Martin Stricker aber vor allem ein Jahrzehnte langer Freund, ein enger Partner und Vertrauter, ein «Genussmensch voller Gegensätze». Diese beschreibt er zum Beispiel so: Er konnte «extrem kreativ und doch auch faul, grosszügig und kalt» sein. Fischer sagt, sie hätten sich gegenseitig angetrieben, sich aneinander gerieben und dadurch seien oft ihre besten Stücke entstanden.

Dokfilm zur Band

(Quelle: youtube.com)

Als «Förderer» beschreibt ihn Franco Sesa, der letzte Schlagzeuger der Band. Erst habe ihn Stricker in die Band geholt, ihn gefördert, später habe auch er ihn angetrieben. Sesa sagt: «Martin war ein grossartiger Künstler.» Die Musik sei für ihn wie ein Werkzeug gewesen, um der Welt eine Seite zu zeigen, die sonst verborgen war. Sesa kam zu Celtic Frost, als die Band unter Metal-Fans bereits Kult war. Er wusste: «Ich gebe mich dafür auf.» Für diesen Kult hätten auch die anderen Band-Mitglieder gelebt, hätten ihre Musik voller Herzblut und dafür weg vom Mainstream gemacht.

Sesa hat Martin Stricker als «Architekten» der Band erlebt, der sich auch Gedanken darum gemacht habe, wie die Band auftritt, wie ihre T-Shirts aussehen, ihre CD-Covers, wie ihr Image sei. Er habe eine sehr gute Intuition gehabt, und auch so die Band entscheidend geprägt.

Treibende Kraft im Zürcher Nachtleben

Geprägt hat Martin Stricker auch die Stadt Zürich, vor allem das Nachtleben. Er war Mitgründer verschiedener Lokale. Beispiele sind das Acapulco bei der Langstrasse, das Mascotte beim Bellevue oder das ehemalige Luv im Seefeld. Bekannt war Stricker in Zürich auch als Leiter der Veranstaltung «Karaoke from Hell», die früher regelmässig im Mascotte stattgefunden hat.

Auch in der Zürcher Clubszene ist die Betroffenheit über seinen Tod deshalb sehr gross. Sein langjähriger Freund und Geschäftspartner Patrik Grau spricht von einer «extremen Trauer», von einem riesigen Verlust, dessen Ausmass man im ersten Schock noch nicht bemessen könne. Noch könne er nicht begreifen, dass er mit Martin nicht mehr lachen, nicht mehr über Musik philosophieren oder überhaupt eine Sitzung abhalten werde. Grau sagt, was wohl viele denken: «Er wird mir unglaublich fehlen. Er ist ein Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Jetzt muss ich den Weg irgendwie alleine weitergehen.»

Martin Stricker, betrauert in Twitter-Nachrichten von Fans aus der ganzen Welt:

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