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Trotz Sparzeiten: 10 Prozent mehr Geld für Kultur

Der Zürcher Stadtrat will in den kommenden Jahren stärker in die Kulturförderung investieren. Das geht aus seinem neuen Leitbild hervor. Eine Kunstform soll besonders profitieren.

Ein Teil des Geldes soll an experimentelle Low-Budget-Filme gehen: Kulturdirektor Peter Haerle im Filmpodium. Bild: Sabina Bobst
Ein Teil des Geldes soll an experimentelle Low-Budget-Filme gehen: Kulturdirektor Peter Haerle im Filmpodium. Bild: Sabina Bobst

Eigentlich ist der städtische Kulturchef Peter Haerle in einer komfortablen Situation. Das kulturelle Angebot in Zürich ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. «Das ist natürlich erfreulich, bringt aber auch Probleme mit sich», sagte Haerle heute Mittwoch bei der Präsentation des städtischen Kulturleitbildes 2016-2019.

Bei so vielen Angeboten werde die Aufmerksamkeit zum knappen Gut. Man müsse heute in Zürich schon fast von einer kulturellen Überproduktion sprechen. «Die Stadt will das Angebot in den kommenden vier Jahren deshalb nicht ausbauen, sondern das Profil schärfen», fasst er das Kulturleitbild zusammen.

Kosten soll die Kultur dennoch mehr: Gemäss neuem Leitbild steigen die Netto-Kulturausgaben von heute rund 102 Millionen Franken auf rund 110 Millionen im Jahr 2019. Dies entspricht voraussichtlich etwa 1,4 Prozent des gesamten Budgets.

Mehr Geld für Low-Budget-Filme

Mit dem Geld will die Stadt «gezielt Akzente» setzen. Ein Schwerpunkt der kommenden vier Jahre wird der Film. Die jährlichen Beiträge an die Zürcher Filmstiftung will der Stadtrat von heute 3 auf 4,5 Millionen erhöhen. Parallel dazu sollen experimentelle Low-Budget-Filme unterstützt werden.

Film sei für den Standort Zürich eine wichtige Kunstform, begründet Haerle die Wahl dieses Schwerpunktes. Ohne zusätzliche Förderung würden Filmproduktionen aber vermehrt in die Westschweiz oder ins Ausland ausgelagert.

Bessere Produktionsbedingungen sollen auch die Sparten Theater und Jazz/Rock/Pop erhalten: Dort sollen die Förderkredite erhöht werden. Zudem will die Stadt in den kommenden Jahren in die Infrastruktur verschiedener Häuser investieren, unter anderem in die Tonhalle, den Jazzclub Moods und das Theater Rigiblick.

Architektur-Zentrum im Museum Bellerive

Trotz «Schärfung des Profils» ist aber auch im neuen Leitbild Platz für Neues: Die Stadt plant, im Museum Bellerive ein Zentrum für Architektur und Städtebau einzurichten. Dieses soll zunächst als Pilotbetrieb geführt werden, voraussichtlich ab 2017.

Ob diese Pläne alle realisiert werden können, hängt vom Gemeinderat ab. Er muss bei einem grossen Teil der Vorhaben das Geld bewilligen. Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) betonte bei der Präsentation des neuen Leitbildes, dass Kultur eine zentrale, öffentliche Aufgabe sei.

«Man darf keine überzogenen Erwartungen an die Kultur haben, sie ist nicht die Lösung für alles. Aber sie leistet einen wichtigen Beitrag zu unserem Leben», sagte Mauch. Kultur zahle sich aber nicht nur gesellschaftlich aus, sondern auch wirtschaftlich.

Eine vor einem Jahr veröffentlichte Studie zeigte, dass die Zürcher Kultur mit ihren über 1300 Vollzeitstellen ein wichtiger Wirtschaftszweig ist, von dem Handel und Gewerbe profitieren.

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